Großbrand in Helmstedter Innenstadt

Helmstedt  Feuerwehrkräfte aus dem ganzen Kreis versuchen ein Feuer am Helmstedter Schützenwall in den Griff zu kriegen. Die Rauchschwaden sind weithin zu sehen.

Großalarm gestern für die Feuerwehren im Kreis Helmstedt. Ein zum größten Teil leer stehendes Wohn- und Geschäftsgebäude am Helmstedter Schützenwall war in Brand geraten, und das Feuer drohte auf die benachbarten Häuser überzugreifen, die dort nahtlos anein anderstehen.

Für das brennende Haus selbst war schon früh klar, dass es wohl nicht mehr zu retten sein würde. In dem im Erdgeschoss befindlichen Gebrauchtmöbel-Laden, in dem sich zum Zeitpunkt des Brandausbruchs niemand befand, schien es genug Materialien zu geben, die die Flammen immer wieder anfeuerten. Sie sorgten dafür, dass dicke Rauchschwaden zum Teil keine Sicht ließen. Das Feuer fraß sich schnell bis zum Dachstuhl und zerstörte das Innere des Hauses. Die über dem Geschäft liegenden Wohnungen waren offenbar unbewohnt, so dass niemand verletzt wurde.

Wie schwierig es war, das Feuer in den Griff zu bekommen, zeigten auch am Abend noch immer wieder auflodernde Flammen, auch in Nachbarhäusern. „In das Gebäude selbst konnten wir niemanden mehr schicken, da es einsturzgefährdet war. Unsere Leute haben wir deshalb schon sehr früh wieder herausgeholt“, berichtete Kreis-Feuerwehrsprecher Andreas Meißner.

Als klar war, dass der Brand nicht alleine von außen zu löschen sein würde, gab Bürgermeister Wittich Schobert schließlich den Weg frei für den Abriss. „Es war Gefahr im Verzug“, sagte er am Abend.

Viele lobende Worte fand er für die Feuerwehrkräfte: „Es hat sich gezeigt, dass das Zusammenspiel hervorragend funktioniert hat. Wenn gerade im Innenstadtbereich nicht schnell und zielgerichtet gearbeitet wird, kann es schnell viel schlimmer werden.“

Dass die Brandursache zweifelsfrei geklärt werden kann, bezweifelte Helmstedts Polizeichef Gerhard Radeck bereits gestern Nachmittag. Dazu sei zu viel zerstört worden. Auch er hatte die Löscharbeiten aus nächster Nähe beobachtet. Ob und wann Brand-Experten sich ein Bild von der Lage machen könnten, müsse in den kommenden Tagen geklärt werden. Erleichtert sei er darüber, dass keine Verletzten zu beklagen seien.

204 Kräfte waren insgesamt ab der Alarmzeit um 12.40 Uhr im Einsatz, neben Feuerwehr, auch Polizei, Technisches Hilfswerk und Deutsches Rotes Kreuz. Von der Feuerwehr Wolfenbüttel wurde zudem die Drohne angefordert, mit der die Lage aus der Luft sondiert wurde, etwa ob akute Einsturzgefahr drohte. Die Drohne kam auch während der Abrissarbeiten am Abend noch einmal zum Einsatz, um mögliche Brand- und Glutnester aufzuzeigen. „Im Moment läuft der Abriss weiter, für uns Feuerwehrleute bedeutet das eine kleine Verschnaufpause“, informierte Feuerwehrsprecher Meißner gegen 20 Uhr.

Ein Ende der Löscharbeiten vermochte er zu dem Zeitpunkt nicht vorauszusagen. „Ich denke, wir bleiben noch die ganze Nacht.“

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