Bürger klagen über Gestank durch Biogas

Grasleben  Ist die Biogas-Anlage Ursache für lästigen Gestank in Grasleben? Der Betreiber und die Bürgermeisterin trafen sich zum Ortstermin.

Die Biogasanlage in Grasleben sorgt aktuell für Unmut bei einigen Anwohnern. Sie klagen über immer wieder auftretenden Gestank, den die Anlage verursachen soll. Sowohl Betreiber als auch die Graslebener Gemeindeverwaltung sehen das anders.

Einer der betroffenen Menschen ist Steffi Döring-Vogel. Sie freue sich immer, wenn der Wind aus Osten käme. Dann nämlich könne sie bedenkenlos ihre Fenster öffnen, das Haus lüften und den Sommer auf der Terrasse genießen. Wenn es wieder einmal stinke, sei daran allerdings nicht zu denken.

„Es entwickelt sich ein übler beißender Geruch. Der ist unerträglich“, berichtet Döring-Vogel. Sie wolle niemanden anschwärzen, sei mit ihrer Angst vor möglichen Gefahren für die Menschen aber nicht allein. „Unser Besuch musste neulich heimfahren, weil ihm wegen des Gestanks übel geworden ist“, erzählt sie.

Nachbarn klagten über Kopfschmerzen. Und selbst anwesende Straßenbauarbeiter hielten den Gestank nicht aus. „Einer sagte mir, dass sein Toilettenhäuschen sauberer rieche“, berichtet sie. Auch in den sozialen Netzwerken schlägt die Biogasanlage bereits hohe Wellen.

Steffi Döring-Vogel möchte Klarheit. Sie vermutet das hochgiftige Gas Ammoniak in der Luft, da in der Anlage auch gehäckselter Putenmist verarbeitet werde. Doch die gewünschte Klarheit konnte ihr auch ein Gespräch vor Ort mit Gemeindedirektor Gero Janze und dem Anlagenbetreiber Ulf Seelecke nicht bringen. Ja, es rieche in diesem Jahr mehr als in den vergangenen Jahren. Doch das liege am Wetter, erklärte Ulf Seelecke.

Auf Anfrage sagte er unserer Zeitung: „Putenmist häckseln wir nur alle 9 bis 12 Wochen. Bei diesem Vorgang kommt es zu höherer Geruchsbelästigung.“ Gas lasse man übrigens nicht ab. Wenn, dann müsse man dieses für alle sichtbar abfackeln.

Außerdem verarbeite man nur einwandfreies Material. „Der Putenmist stammt aus Niedersachsen und ist frei von Hemmstoffen und Antibiotikarückständen. Alles andere wäre kontraproduktiv“, sagt Seelecke.

BIOGAS IN GRASLEBEN

Seit acht Jahren arbeitet die Biogasanlage in Grasleben. Sie produziert Strom, ausreichend für 50 Prozent der Haushalte in Grasleben.

Auch Wärme wird produziert. Abnehmer sind mehrere große Gewerbebetriebe, der Kindergarten sowie zahlreiche Privathaushalte.

Gero Janze verweist auf die Kontrollen der Aufsichtsbehörden, die keinerlei negativen Ergebnisse gebracht hätten, und: „Es gibt viele weitere Geruchsquellen in Grasleben.“ Dazu gehörten zum Beispiel ein Schweinezuchtbetrieb und Lastwagen, die Klärschlamm aus Nordrhein-Westfalen durch den Ort transportierten. Man nehme das Thema allerdings ernst, darum lade der Betreiber der Anlage die Grasleber am 3. September ab 17 Uhr zur Besichtigung der Anlage ein.

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