Samtgemeinde kommt nun doch in Bedrängnis

Velpke  Ab der 4. Kalenderwoche muss die Verwaltung bis Ende März 15 Asylbewerber pro Woche unterbringen.

Dass Flüchtlinge in Sporthallen einquartiert werden müssen, möchte die Samtgemeinde Velpke aber möglichst vermeiden.

Foto: Erik Beyen

Dass Flüchtlinge in Sporthallen einquartiert werden müssen, möchte die Samtgemeinde Velpke aber möglichst vermeiden. Foto: Erik Beyen

So schnell kann es gehen. Eben erst hat Rüdiger Fricke, Erster Samtgemeiderat in Velpke, verkündet, Asylbewerber nicht in Sporthallen oder Dorfgemeinschaftshäusern unterbringen zu wollen. Doch im nächsten Moment holt ihn die Realität ein: Ab der vierten Kalenderwoche muss die Samtgemeinde bis Ende März 15 Asylsuchende pro Woche aufnehmen. In einer Mail vom Bundesamt für Migration in Braunschweig wird Fricke aufgefordert, bis Montag zu erklären, wie er die Menschen unterbringen will. Reagiert er nicht, droht ihm die Behörde offen mit Zwangszuweisung.

Auf eine Anfrage unserer Zeitung hatte der erste Mann im Velpker Rathaus erklärt, nur im Ernstfall auf Sporthallen als Unterkunft für Asylbewerber zurückgreifen zu wollen. Die Lage sei angespannt, jedoch sehe er keine Notwendigkeit, öffentliche Einrichtungen wie Dorfgemeinschaftshäuser und Sporthallen zu blockieren. Das hat sich mit der Mail aus Braunschweig grundlegend geändert.

Zwar suche die Verwaltung nach wie vor alternative Möglichkeiten zur Unterbringung. Er wolle jedoch nicht mehr ausschließen, dass auch Sporthallen in Betracht gezogen werden. Das allerdings könne nur eine Übergangslösung sein. Immerhin: Dorfgemeinschaftshäuser kommen vorerst nicht infrage. Sie seien Sache der Gemeinden.

In der Samtgemeinde Velpke leben nach Angaben der Verwaltung derzeit 110 Asylbewerber, der Landkreis geht von 88 Menschen aus. Man rechne in Velpke aber die geduldeten Geflüchteten mit. Das sind Asylsuchende, deren Asylanspruch abgelehnt worden ist, die jedoch nicht abgeschoben werden können, etwa weil die Betreffenden keine gültigen Papiere besitzen oder Krieg im Heimatland herrscht.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Captcha