Er gehört zu ihr: Mariannes Kultschlager
Braunschweig Sängerin Rosenberg trat bei der Geburtstagsparty der Baugenossenschaft auf.
Sie funkelte von Kopf bis Fuß: Glitzer auf den Lidern, auf den Schuhen, am Revers, am Ohr, um den Hals, ums Handgelenk und an den Fingern… Marianne Rosenberg war schillernder Stargast der Jubiläumsparty „125 Jahre Braunschweiger Baugenossenschaft“.
Und sie sang ihn natürlich, ihren Mega-Hit „Er gehört zu mir“, den sie selbst einmal als „Karikatur seiner selbst“ bezeichnet hatte, weil er so oft rauf und runter gespielt worden sei „bis er fast erstickt war an dem, was man damit verband“.
Doch die Leute wollen ihn eben immer wieder hören, diesen einen Song. Auch am Samstagabend in der Stadthalle. Nicht zuletzt dieses Lied hat die Sängerin zu einer Ikone der Schwulenbewegung gemacht. Tatsächlich brach der Jubel los, als die ersten Töne zu erkennen waren.
Der Sound in der Stadthalle war mehr als mäßig und die Sängerin kaum zu verstehen; die Atmosphäre war erklärtermaßen die einer Party, nicht die eines Konzerts. Mit Gästen an Tischen und besonders wichtigen in der ersten Reihe. So durften die Fans erst nach einigen Titeln ganz nach vorne durchrücken und ihre Handy-Kameras zücken.
„Ich glaube, dass ich ebenso wenig Marianne Rosenberg bin wie irgendjemand anderer“, wird die Sängerin – inzwischen 57 – mal in einem Interview zitiert. Wer mag sie gewesen sein an diesem Abend? Leidenschaftlich jedenfalls war sie nicht. Eher verhalten. Sie lächelte und plauderte, doch seltsam unbeteiligt. Die Stimme nasal und kindlich, ohne Umfang und Volumen. Und das Programm ohne Dramaturgie. Bis sie ihn eben wieder einmal sang, den Song, der so sehr zu ihr gehört. Das Publikum nahm’s dankbar an, jubelte, klatschte, pfiff begeistert.
Auch an der Geburtstagsparty der Baugenossenschaft mit ihren 2600 Gästen ging das Fußball-Ereignis nicht vorbei. Vor mehreren Großleinwänden drängten sich die Fans, während im Congressaal die „Abba Magic“-Truppe gutgelaunt schwedische Musikhäppchen servierte. Zu später Stunde drehten „The Sounds of the Supremes“ auf; die Weltklassetänzer des BTSC bewiesen mal wieder, wie wahre Geschmeidigkeit aussieht, und Nachwuchstalente bekamen ihre Chance, vor großem Publikum zu spielen. Ob Schlagerrevue, Time Warp, Tom-Bailey-Band oder No Mercy – bis spät am Abend gab’s Musik im ganzen Haus. Und draußen auf dem Parkdeck auch Ballonglühen.
