Dreharbeiten zu Spielfilm „Banklady“ beginnen am Donnerstag
Helmstedt Gisela Werler hat in den 60er Jahren 19 Banken in Norddeutschland überfallen. Ab Donnerstag wird das Leben der „Banklady“ auch in Helmstedt verfilmt.
Für den Film mit Nadeshda Brennicke in der Hauptrolle der Gisela Werler und Charly Hübner als ihrem Partner und Komplizen werden einige Szenen in Helmstedt gedreht. Das Filmteam wird für Außenaufnahmen am Donnerstag erwartet. Es wird zu Verkehrsbeschränkungen im Stadtgebiet kommen. Betroffen sind laut Stadtverwaltung die Straßen Schulstraße, Friedrichstraße, Conringstraße, Meibomstraße, Alersstraße, Carlstraße, Beireisstraße, Großer Katthagen, Conringplatz, Wallgasse, Wohldamm, Braunschweiger Straße, Kleiner Katthagen, Leuckartstraße und Marienstraße.
„In den genannten Straßen wird es je nach Drehaufwand zu einer Gesamtsperrung oder zu Intervallsperrungen kommen“, kündigte Stadt-Sprecherin Martina Hartmann an. „Verkehrsteilnehmer werden um Berücksichtigung und Verständnis gebeten.“ Der Parkplatz „Posthof“ an der Braunschweiger Straße werde am Dienstag, 3. Juli, und am Donnerstag, 5. Juli, komplett gesperrt sein.
Der Kinofilm „Banklady“ erzählt die Geschichte der Hamburgerin Gisela Werler, die in den 60er-Jahren als Deutschlands erste Bankräuberin Berühmtheit erlangte. Ein braves Mädchen, mit 30 Jahren noch bei ihren Eltern lebend, findet ihre erste und einzige große Liebe in dem Bankräuber Hermann Wittorff. Als deutsches Gegenstück zu Bonnie & Clyde überfallen sie gemeinsam 19 Banken, meist im ländlichen Raum, bevor sie nach einer dramatischen Verfolgungsjagd und Schießerei schließlich gefasst werden. „Banklady“ sei eine Geschichte über Emanzipation und den Freiheitsdrang im spießigen Nachkriegsdeutschland, hieß es kürzlich in einer Ankündigung der Filmproduktionsfirma. Und eine Geschichte über die Liebe.
Der Prozess vor dem Landgericht in Kiel wurde damals in ganz Deutschland verfolgt. Die Banklady wurde zu einer Freiheitsstrafe von neuneinhalb Jahren verurteilt. Siebeneinhalb Jahre saß sie davon ab. Ihr Gefährte musste für fast 14 Jahre ins Gefängnis. Das Räuberpärchen gab sich in der Gefängniskapelle das Ja-Wort, die beiden lebten später in Hamburg. Gisela Werler starb 2003 im Alter von 69 Jahren.

