Helmstedt

Landwirte wollen LKW-Parkplätze bei Boimstorf verhindern

Norbert Rogoll

Grundstückseigentümer reichen Klage gegen die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr ein.

Der Protest der Landwirte in Boimstorf und Rotenkamp gegen den geplanten Bau einer weiteren Rastanlage für Lastkraftwagen an der Autobahn 2 bin der Nähe von Boimstorf nimmt konkrete Formen an. Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr prüft zurzeit diese zusätzlichen Standorte und in dem Suchraum zählen Flächen bei Boimstorf und Rotenkamp dazu. "Als Eigentümer von landwirtschaftlichen Flächen in dem geplanten Gebiet klagen wir gegen die Straßenbaubehörde und fechten die Duldungsanordnung für den Suchraum der LKW-Parkplätze an", hob Landwirt Friedhelm Nienstedt aus Boimstorf hervor.

In der Nähe von Kilometer 152 sollen nach Auskunft der Landesbehörde unbewirtschaftete Parkplatz- und Toilettenanlagen in beiden Richtungen an der A 2 entstehen. Über die endgültige Größe sei noch keine Entscheidung gefallen, weil sich die Planung noch im Anfangsstadium befinde und es frühestens im Sommer 2012 einen groben Plan geben werde "Der Suchraum für die Parkplätze in dieser Gemarkung beläuft sich auf 150 Hektar und je 6 Hektar auf beiden Seiten der Autobahn werden dafür gesucht", berichtete Volker Meier aus Bornum vom Braunschweiger Land im Niedersächsischen Landvolk am Donnerstag in Boimstorf. Er bedauerte, dass das Landvolk in dem Prüfverfahren beim Festlegen des Suchraums nicht eingebunden worden sei.

"Wir wünschen uns ein Mitnehmen auf Augenhöhe und mehr Durchsichtigkeit bei solchen Vorhaben, bei denen landwirtschaftliche Flächen genutzt werden sollen", unterstrich Volker Meier. Er wies daraufhin, dass die Landwirtschaft infolge des Ausbaus der A 2, der A 39 sowie der Bahnstrecke Weddeler Schleife bereits mehrere Tausend Hektar landwirtschaftlicher Flächen für die Bau- sowie die Ausgleichsflächen habe abgeben müssen. "Das Maß ist voll, wir sind genug gebeutelt." Als Alternative für den Parkplatzbau nannte er Marienborn in Sachsen-Anhalt, wo bereits versiegelte Flächen vorhanden seien. Ebenfalls für das Erweitern von vorhandenen Rastanlagen, für die bereits die Infrastruktur vorhanden sei, setzte sich Gerhard Rott aus Lauingen, Vorsitzender des Landvolk-Kreisverbands Helmstedt ein. "Wir leisten gerne unseren Beitrag zur Energiewende, aber das funktioniert nicht, wenn jeden Tag 100 Hektar Acker- und Grünland wegfallen." Es dürfe nicht zu viel landwirtschaftliche Fläche verbraucht werden, zumal dies durch die Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen noch verstärkt werde. "Es wäre besser, diese Maßnahmen in bereits bestehenden Naturschutzgebieten zu verwirklichen", meinte Rott.

Die Landwirte laden die Bürger aus den Orten Boimstorf und Rotenkamp am Donnerstag, 17. November, um 19 Uhr zu einer Bürgerversammlung ins Dorfgemeinschaftshaus in Boimstorf ein, wobei eine Bürgerinitiative gegen die geplanten LKW-Parkplätze gegründet werden soll, damit es beispielsweise keine Lärmbelästigung, Feinstaubbelastung, permanente Helligkeit, Wertminderung der Grundstücke und Zerstörung der Natur geben soll.

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Veröffentlicht: 10.11.2011 - 17:36 Uhr
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