Starkregen lief in Hotel und Polizeirevier
Helmstedt Gewitter mit Starkregen lösten etliche Einsätze von Feuerwehren aus. Der Landkreis Helmstedt wurde vom Unwetter gleich zweimal schwer getroffen.
Starkregen am Donnerstag und auch am Freitag hielt die Feuerwehren besonders in den Städten Königslutter und Schöningen in Atem. In der Domstadt mussten die Feuerwehren der Stadt und vieler Ortsteile zu zirka 25 Einsätzen ausrücken und in der Stadt der Speere waren etwa 15 Einsätze für die Schöninger Feuerwehr das THW erforderlich gewesen.
Den Schwerpunkt in Königslutter bildet der rund siebenstündige Einsatz im Avalon Hotelpark Königshof. „Dort stand Wasser in der Kegel- und Bowlingbahn, in den Sanitäranlagen im Keller sowie in der gesamten Tennishalle“, berichtete Stadtbrandmeister Holger Bosse aus Königslutter. „Vor zehn Jahren gab es schon einmal ein Unwetter, aber damals war es nicht so heftig gewesen“, erinnert sich Hotel-Direktor Pedro Navarro. Zum Glück sei nur Wasser und kein Schlamm in die Räume geflossen. Er lobte die tolle Leistung der Feuerwehrmitglieder sowie der 15 Hotel-Mitarbeiter, die in der Nacht im Einsatz waren.
Aus dem Wasser im Keller eines Hauses am Gerichtsweg konnte die Feuerwehr eine Person rechtzeitig befreien. „Über Handy war der Notruf in der Zentrale eingegangen“, erzählte Bosse. Auf dem Gerichtsweg habe das Wasser bei dem unwetterartigen Regenguss etwa 20 Zentimeter hoch gestanden. Dort seien etliche Keller vollgelaufen.
Betroffen war dort auch das Polizeikommissariat Königslutter. „Als die zwei diensthabenden Beamten um 22.45 Uhr von einem Einsatz zurückkamen, stellten sie fest, dass in den gesamten Kellerbereich auf einer Fläche von 300 Quadratmetern Wasser gelaufen war“, hob Dienststellenleiter Johann Eden hervor. Die mit Teppichboden ausgelegten drei Umkleideräume gehörten dazu. „Die Schränke aus Holz wurden auf Steine gestellt, damit sie trocknen können“, erklärte Eden. Die technischen Geräte für das Erfassen von Fingerabdrücken und für Fotos wurden ins Trockene gebracht, was ebenfalls für sichergestellte Gegenstände bei Straftaten (Asservaten) galt. Fast die ganze Nacht waren die zwei Polizisten im
Die Feuerwehr Bornum half dort beim Abpumpen. An der Straße Am Weingarten gab es einen weiteren Schwerpunkt der Einsätze. „In die Steinmetzschule mussten wir ebenfalls fahren, weil dort die Starkstromanlage im Keller gesichert werden musste“, erwähnte der Stadtbrandmeister.
In Schöningen bildeten Reihenhäuser an der Memeler Straße am Ortseingang aus Richtung Esbeck den Einsatzschwerpunkt. „Durch die Wände sowie die Schächte drückte das Wasser und teilweise auch Fäkalien in die Kellerräume“, schilderte der stellvertretende Ortsbrandmeister Jan Fricke die Situation. Im Clus-Altenheim war Wasser durch Fenster in den Keller gelaufen. Bis 1 Uhr nachts dauerten die Einsätze, die beispielsweise noch in der Herderstraße, Eichendorffstraße und Annabergstraße notwendig waren.
Am Freitagnachmittag war die Lage noch dramatischer, nur woanders: „Warberg säuft ab!“, hieß es aus der Einsatzleitstelle in Helmstedt. In Frellstedt führte die Schunter plötzlich Hochwasser, nachdem sie am Räbker Weg von Fluten der umliegenden Äcker gespeist worden war.
Alle Feuerwehren der Samtgemeinde Nord-Elm wurden dorthin beordert, um die Flutwellen aus Kellern und von Straßen dorthin zu pumpen, wo das Wasser keinen Schaden anrichten kann. Stellenweise stand das Wasser einen halben Meter im Ort. In einem Haus an der Laagmühle bei Frellstedt lief das Wohnzimmer voll. Später meldete der Ort Rottorf am Klei „Land unter“.
Auch aus Barmke und Emmerstedt riefen Hausbesitzer an, die nach den heftigen Regengüssen Wasser im Keller hatten. Die Einsätze dauerten bis abends.

