Sorge um Auslagerung bei der Salzgitter AG
Salzgitter Proteste der Belegschaft der Salzgitter AG haben Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Konzernführung über eine mögliche Umstrukturierung begleitet.
An der Fassade der Hauptverwaltung waren Transparente mit der Aufschrift „Ausgliederung? Warum?“ und „Nicht mit uns“ zu sehen. Der Hintergrund: „Bei den Gesprächen ging es um Pläne des Konzerns, das Rechnungswesen der Konzernteile in Niedersachsen zu zentralisieren und dafür in Salzgitter eine eigenständige Gesellschaft zu schaffen“, sagte Hasan Cakir, Betriebsratsvorsitzender der größten Salzgitter-Tochter Flachstahl, unserer Zeitung. Die neue Gesellschaft soll rund 80 Mitarbeiter beschäftigen und würde dann einen eigenen Betriebsrat haben. Der würde aber zwangsläufig nicht mehr die Stärke haben wie in einem Unternehmen von rund 4800 Mitarbeitern, wie Salzgitter Flachstahl eines ist, so Cakir weiter. „Die Kollegen habe nun Sorge, dass dann ihre Interessen auf der Strecke bleiben könnten. Fragen zu Personal, Entgelt und sonstige Regelungen seien dann schwerer durchzusetzen.“ Cakir geht zudem davon aus, dass bereits durch die Zentralisierung des Rechnungswesens Arbeitsplätze auf der Strecke bleiben werden.
Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte, dass es bei dem Gespräch um eine Neuorganisation des Rechnungswesens gegangen sei. „Bisher ist jedoch alles offen und in der Prüfungsphase“, sagte der Sprecher. Zu einem möglichen Stellenabbau sagte er: „Es gibt seit vielen Jahren Veränderungsprozesse bei der Salzgitter AG, die immer ohne Entlassungen und sozialverträglich vollzogen worden sind.“ Dazu gehörten unter anderem auch Frühruhestands-Regelungen.


