Ist der Flughafen zu laut?

Braunschweig  Die Grünen wollen Messungen in den umliegenden Orten. Doch SPD und CDU sind dagegen.

Passagiere besteigen in Waggum ein Flugzeug.

Passagiere besteigen in Waggum ein Flugzeug.

Foto: Archiv

Die Grünen waren ziemlich perplex: Wenn Anwohner über Lärm vom Forschungsflughafen klagen, dann muss man doch messen, damit man weiß, ob die Anwohner richtig liegen oder sich irren. Doch im Planungsausschuss lehnten SPD und CDU das ab. Unterstützung kam allein von der BIBS.

„Die Sache ist noch nicht beendet“, meinte anschließend Ratsfrau Beate Gries. Sie bildet mit Rainer Mühlnickel das neue Duo der Grünen im Ausschuss. Dass der Antrag eine solch deutliche Abfuhr erhielt, kam offenbar überraschend.

Der Antrag sah vor: An den dem Flughafengelände am nächsten liegenden Gebäuden der Stadtteile Waggum, Wenden, Bienrode und Hondelage sollte mindestens einen Monat lang gemessen werden. Die gemessenen und dann berechneten Werte sollen vollständig dokumentiert und veröffentlicht werden. Falls die Werte zu hoch sein sollten, möge die Verwaltung Vorschläge machen, wie die Grenzwerte eingehalten werden. „Lärm macht schließlich krank“, so Gries.

Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer zweifelte grundsätzlich daran, dass der Weg der Grünen der richtige sei. Denn die Kosten würden sich in einem Korridor von etwa 50 000 bis 450 000 Euro bewegen. Je nach Art der Messungen.

Und: Die Stadt sei nicht zuständig. „Messungen und Ausbreitungsrechnungen durch die Stadtverwaltung entfalten keinerlei Bindungswirkung für die tatsächlich zuständigen Behörden“, so Leuer. Außerdem: „Messung haben immer nur eine Indizwirkung. Die maßgebenden Rechtsvorschriften fordern daher ausdrücklich eine Lärmberechnung.“

Der Stadtbaurat betont, dass die beantragten Messungen nicht zielführend seien. Vor dem Hintergrund der hohen Kosten solle vielmehr auf den Flughafen zugegangen werden mit der Bitte um Prüfung der möglichen Lärmquellen.

Dieser Ansicht war auch Nicole Palm (SPD), die Ausschuss-Vorsitzende: „Wir erreichen mehr, wenn wir mit der Flughafengesellschaft sprechen.“ Messungen schaffen keine Abhilfe.

Das war den Grünen nicht genug: Sie sehen keine Alternative zu Messungen, um so die Annahmen der Anwohner entweder zu unterstützen – oder aber ihre Annahmen zu widerlegen.

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