Grundschule Lamme wird bald Ganztagsschule

Braunschweig.  Der Grundstein ist gelegt: Im Sommer 2020 soll der Neubau an der Grundschule Lamme fertig sein. Dann kann der Ganztagsbetrieb starten.

Die Schüler Amelie, Sophie-Marie, Justus, Max und Olivia der Grundschule Lamme haben Oberbürgermeister Ulrich Markurth bei der Grundsteinlegung geholfen. Sie schenkten ihm auch einen Zauberstab.

Die Schüler Amelie, Sophie-Marie, Justus, Max und Olivia der Grundschule Lamme haben Oberbürgermeister Ulrich Markurth bei der Grundsteinlegung geholfen. Sie schenkten ihm auch einen Zauberstab.

Foto: Florian Kleinschmidt / BestPixels.de

Schon lange warten viele Familien in Lamme darauf, dass die Grundschule im Ort endlich Ganztagsschule wird. Der Neubau schafft dafür die Grundvoraussetzungen: Er bietet Platz für eine Mensa samt Küche sowie einen Freizeitbereich und mehrere Fachunterrichtsräume Musik und Werken im oberen Stockwerk. Mensa und Küche sind für die Zubereitung und Ausgabe von 384 Essen konzipiert – in drei Schichten können die Grundschüler hier künftig essen.

Am Dienstag hat Oberbürgermeister Ulrich Markurth den Grundstein für das neue Gebäude mit einer Grundfläche von zirka 550 Quadratmetern gelegt. Dabei bekam er tatkräftige Untersützung von Seiten der Schüler: Sie halfen mit der Maurerkelle nach – und schenkten dem Stadtoberhaupt zudem einen Zauberstab.

„Wäre das schön, wenn ich einfach Hex-Hex sagen könnte, und alles wäre fertig“, sagte Markurth schmunzelnd. Ganz so schnell wird es nicht gehen. Die Fertigstellung für den Neubau ist für Sommer 2020 geplant. Mit Beginn des Schuljahres 2020/21 kann dann auch der Ganztagsbetrieb der Schule starten.

Eigentlich sollte es schon im Sommer 2018 soweit sein: Bäume und Büsche auf dem Gelände des benachbarten Kinder- und Familienzentrums St. Marien waren im Frühjahr 2017 bereits gefällt worden, damit die Bagger rollen können – doch das Land stimmte den Bauplänen nicht zu. Die Stadt musste neu planen. Der Ausbau verzögerte sich um knapp zwei Jahre.

Da der Druck der Eltern in Lamme groß und die Warteliste für die Schulkindbetreuung (Schuki) lang war, wurden Übergangslösungen gesucht und zwei neue „SchukiPlus“-Gruppen eingerichtet, so dass noch mehr Kinder die Nachmittagsbetreuung nach Unterrichtsschluss um 12.45 Uhr nutzen konnten.

„Dadurch hat der Druck deutlich nachgelassen. Es stehen nur noch wenige Familien auf der Warteliste für einen Schuki-Platz“, sagt Schulleiterin Maike Blickwede.

Doch die räumliche Situation in der Schule sei sehr angespannt: Es fehlen Räume. Fünf mobile Unterrichtsräume in Form von Containern stehen derzeit noch auf dem Schulhof. Im Lehrerzimmer hat nur die Hälfte des Kollegiums einen Sitzplatz. Und die Konrektorin verzichtet komplett auf ein eigenes Büro. Der Neubau soll Entlastung bringen: Fachunterrichtsräume aus dem Hauptgebäude werden dann verlegt und schaffen Platz für ein neues Lehrerzimmer. Im Erdgeschoss des Hauptgebäudes soll außerdem ein zusätzlicher Bewegungsraum für die Kinder des benachbarten Kindergartens eingerichtet werden.

Wenn die Bauarbeiten nächstes Jahr abgeschlossen und die Bauzäune abgebaut sind, wird auch wieder mehr Platz für die Schüler auf dem Schulhof sein. Dennoch: Dass ihr Bolzplatz für den Neubau weichen musste und derzeit kein Ersatz geplant ist, enttäuscht viele Kinder. In einem Gedicht zur Grundsteinlegung reimten sie: „Um im Unterricht gute Ergebnisse zu erzielen, wollen wir in den Pausen weiterhin flitzen und Fußball spielen.“ Vielleicht hilft ja der Zauberstab...

Beeinträchtigt durch die Bauarbeiten ist auch das Kinder- und Familienzentrum: Die zirka hundert Kindergartenkinder müssen schon seit Monaten auf einen großen Teil ihres Außengeländes verzichten, der zur Baustellenzufahrt umfunktioniert werden musste. Der Zugang zu Klettergerüsten und anderen Spielgeräte ist zurzeit abgeschnitten. Seitdem Büsche und Bäume vor zwei Jahren gerodet wurden, gebe es außerdem keinen Schatten mehr auf dem Gelände, kritisiert Koordinatorin Sabine Roddies: „Wir warten schon lange auf Abhilfe. Im letzten Sommer mussten wir mit den Kindern ab 10 Uhr im Innenbereich bleiben, weil es draußen einfach zu heiß wurde. Es geht einfach nicht voran.“

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