Pultermanns aus Braunschweig sind seit 65 Jahren verheiratet

Braunschweig.  Ruth und Heinz-Günter Pultermann aus Braunschweig feiern am Mittwoch, 20. März, ein ganz besonderes Fest: die eiserne Hochzeit.

Ruth und Heinz-Günter Pultermann feiern am 20. März  eiserne Hochzeit.

Ruth und Heinz-Günter Pultermann feiern am 20. März eiserne Hochzeit.

Foto: Heusing

Bevor die Kamera klickt, nimmt Heinz-Günter Pultermann seine Ehefrau nochmal in den Arm. Ruth lächelt ihn an und sagt: „Wir haben uns früher nichts gegönnt, dafür sind wir heute glücklich und zufrieden.“

Heinz-Günter und Ruth Pultermann, geborene Ilgner, sind seit 65 Jahren verheiratet. Am heutigen Mittwoch feiern sie eiserne Hochzeit. Der heute 87-Jährige und seine ein Jahr jüngere Ehefrau sind ein Spiegelbild deutscher Nachkriegsgeschichte. Ruth, in Breslau geboren, musste Schlesien verlassen, als der Vater in Gefangenschaft geraten war. Mit ihrer Mutter landete sie in Friedland, dem Durchgangslager für Flüchtlinge, und wurde von dort nach Leiferde „zugeteilt“, wie es damals praktiziert wurde.

Das beschauliche Leiferde, damals eine selbstständige Gemeinde im Landkreis Wolfenbüttel, heute ein Braunschweiger Stadtteil, wurde zu ihrer neuen Heimat. Hier besuchte sie die Schule und arbeitete danach als Haushaltshilfe. 1950 lernte sie als 17-Jährige bei einem Tanzabend in einer Gaststätte unweit des damaligen Bahnhofs den ein Jahr älteren Heinz-Günter Pultermann kennen. Fortan gingen sie öfter tanzen und unternahmen Radtouren. Am 20. März 1954 heirateten sie. Danach wohnte jeder Ehepartner noch bei seinen Eltern. Auch das war in der damaligen Zeit nicht ungewöhnlich.

Erst 1956, ein Jahr nach der Geburt des Sohnes Günter, bezogen sie eine Einzimmer-Wohnung in Leiferde. „Wir hatten keinen Pfennig“, berichtet Ruth Pultermann. Dennoch habe ihr Mann entschieden: „Jetzt, wo du Mutter bist, musst du nicht mehr arbeiten.“ 1962 wurde Tochter Bärbel geboren. „Mein Mann war sehr fleißig, hat viele Überstunden gemacht. Und wir haben beizeiten fürs Alter gespart“, fügt die Ehefrau hinzu. Das Elternhaus des gebürtigen Braunschweigers war 1944 ausgebombt und die Familie nach Leiferde evakuiert worden. Heinz-Günter ist gelernter Kraftfahrzeug-Schlosser. Er hat unter anderem bei Büssing und viele Jahre bei der Spedition Gaus gearbeitet. 1994 ging er in den Ruhestand. Seit 1975 wohnen die Pultermanns unweit der Stadthalle im eigenen Haus, das sie selbst um- und ausgebaut haben.

Den Haushalt bewältigen sie noch selbst, wobei die Ehefrau würdigt, dass ihr Mann kräftig mit anpackt und auch den kleinen Vorgarten liebevoll pflegt. Heinz-Günter fährt auch noch Auto, so dass das Ehepaar weiterhin Urlaubsreisen unternimmt, bevorzugt nach Österreich.

Das Fest der eisernen Hochzeit wird erst am Wochenende gefeiert, damit die ganze Familie dabei sein kann. Dazu gehören die beiden Kinder mit ihren Ehepartnern, vier Enkelkinder und zwei Urenkel im Alter von einem Jahr und sechs Jahren.

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