Zukunftsbäume begrünen die Stadt Braunschweig

Braunschweig.  Bis 2021 werden im Braunschweiger Stadtgebiet mehr als 1500 Bäume gepflanzt – auch als Ersatz für Sturmschäden.

Sarah und Svea Jordan pflanzten voriges Jahr während des Tages der Stadt-Natur auf dem Ringgleis am Kennelweg.

Sarah und Svea Jordan pflanzten voriges Jahr während des Tages der Stadt-Natur auf dem Ringgleis am Kennelweg.

Foto: Florian Kleinschmidt / BestPixels.de

An der Jasperallee werden Bäume gefällt, am Cyriaksring, auf dem Magni-Friedhof, am Bienroder Weg. Fast schon wöchentlich fallen betagte Baumriesen der Kettensäge zum Opfer – aus ganz unterschiedlichen Gründen. Teils sind sie krank, teils stehen sie Bauprojekten im Wege. Den Rest erledigen Stürme. Was vielfach leicht übersehen wird: Die Stadt pflanzt aber derzeit auch kräftig nach.

Wie viele Bäume werden gepflanzt?

Bis 2021 werden im Stadtgebiet über 1.500 Bäume gepflanzt. Darüber hat die Verwaltung den Grünflächenausschuss jetzt informiert. Sie seien zum einen ein Ausgleich für den Verlust, der durch Einsparmaßnahmen seit dem Jahr 2002 entstanden ist. Damals war die Pflege des städtischen Grüns aus Kostengründen stark reduziert worden. Die Folge: Abgestorbene Bäume wurden nicht ersetzt. Laut Verwaltung sind so insgesamt 1105 Bäume verloren gegangen.

Nun werden neue gepflanzt. Und es geht schnell voran. Seit Mitte Dezember 2018 sind insgesamt 720 Bäume gepflanzt worden.

Zum anderen handelt es sich um Ersatzpflanzungen für 1.300 Bäume, die den Stürmen Ende 2017 zum Opfer fielen. „Jeder Standort wurde durch städtische Mitarbeiter überprüft und bewertet“, teilt die Stadt mit. Dabei stellte sich heraus: Nicht jeder Ersatz ist wirklich sinnvoll. Zum Beispiel entstünden durch Totholz im Naturschutzgebiet Riddagshausen neue Lebensräume für viele Tierarten.

• Als sinnvoll gelte die Nachpflanzung von 881 vom Sturm stark geschädigten Bäume. Davon seien bereits 425 im Straßenraum oder in Parks gepflanzt worden.

• Die Ersatzpflanzungen gehen aber noch weiter: Bis 2021 sollen
weitere 456 Bäume als Kompensation für die entstandenen Sturmschäden im Stadtgebiet gepflanzt werden.

• Weiterhin hat der Rat im März 2018 beschlossen, dass in 22 Ortsteilen und vier Gewerbegebieten insgesamt 776 Bäume gepflanzt werden. Ein Großteil dieser Pflanzungen (650 Bäume) kann über das Förderprojekt „Braunschweig – integrierter Klimaschutz mit urbanem Grün. Makroklimatische Regulierung durch Pflanzen“ mit einer 80-prozentigen Förderung durch den Bund in den Jahren 2018 bis 2021 finanziert werden. In den vergangenen Wochen wurden zur Umsetzung dieses Projektes 295 Bäume gepflanzt.

Welche Bäume werden gepflanzt?

Die Auswahl der Baumarten erfolgte laut Stadtverwaltung weitestgehend auf Grundlage der Ergebnisse des Projektes „Stadtgrün 2021“ der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau. Dieses 2009 gestartete Klimawandel-Projekt beschäftigt sich mit der Problematik, dass einige der gängigen Stadtbaumarten immer stärker unter den zunehmend wärmeren und trockeneren Sommern sowie unter neu eingewanderten Schädlingen und Erkrankungen leiden. Das führe dazu, dass sie in vielen Fällen frühzeitig in ihrer Vitalität eingeschränkt sind, zu einer Gefährdung werden oder gänzlich absterben.

Zwischenergebnis dieses Projektes ist eine Auswahl von zukunftsträchtigen Baumarten aus dem (süd-) osteuropäischen, aber auch nordamerikanischen und asiatischen Raum.

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