Organspendeskandal: Entschädigung für freigesprochenen Arzt?

Braunschweig.  Der Mediziner verlangt vom Land Niedersachsen 1,2 Millionen Euro für seine Zeit in U-Haft.

Der Arzt fordert vom Land Niedersachsen Schadensersatz in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro, weil er als Folge der Untersuchungshaft im Göttinger Transplantationsskandal eine gut dotierte Stelle in Jordanien nicht antreten konnte.

Der Arzt fordert vom Land Niedersachsen Schadensersatz in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro, weil er als Folge der Untersuchungshaft im Göttinger Transplantationsskandal eine gut dotierte Stelle in Jordanien nicht antreten konnte.

Foto: Dominique Leppin / picture alliance / dpa

Steht dem im Göttinger Transplantationsskandal freigesprochenen Arzt Schadenersatz in Millionenhöhe zu? In dem Zivilverfahren dazu will das Landgericht Braunschweig am Freitag eine Entscheidung verkünden. Der Mediziner verlangt gut 1,2 Millionen Euro vom Land Niedersachsen etwa als Ausgleich für seinen Verdienstausfall.

Der 51-Jährige begründet die Summe auch damit, dass er wegen der knapp einjährigen U-Haft eine gute dotierte Stelle in Jordanien nicht habe antreten können. Ein Vertreter des Landes ließ durchblicken, starke Zweifel daran zu haben, dass der Chirurg in Jordanien 50 000 Dollar pro Monat bekommen hätte.

Wegen elffachen versuchten Totschlags vor Gericht

Der frühere Leiter der Transplantationschirurgie an der Göttinger Universitätsmedizin war im Mai 2015 nach 64 Prozesstagen am Landgericht Göttingen vom Vorwurf des elffachen versuchten Totschlags und der dreifachen Körperverletzung mit Todesfolge freigesprochen worden. Die Richter bescheinigten ihm zwar verwerfliche Manipulationen medizinischer Daten, die eine schnellere Zuteilung von Organen für seine Patienten bewirkt hätten. Wegen der damaligen Rechtslage sah das Gericht aber keine Strafbarkeit. Der Bundesgerichtshof schloss sich dieser Auffassung an. dpa

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