Braunschweiger Heimatpfleger: Rettet die Alte Schule in Thune!

Braunschweig.  Das fast 200 Jahre alte Gebäude im Ortskern von Thune an der Schunter soll Parkplätzen weichen. Ist es noch zu retten?

Heimatpfleger Egbert Nolte und Rudolf Markgräfe vor der Alten Schule in Thune. Hinter maroden Hausverkleidungen verbirgt sich ein Fachwerk-Juwel von 1829. Wenn nichts mehr passiert, wird es bis Ende Februar abgerissen.

Heimatpfleger Egbert Nolte und Rudolf Markgräfe vor der Alten Schule in Thune. Hinter maroden Hausverkleidungen verbirgt sich ein Fachwerk-Juwel von 1829. Wenn nichts mehr passiert, wird es bis Ende Februar abgerissen.

Foto: Henning Noske

Die beiden Heimatpfleger in Thune schlagen Alarm: Im letzten Moment wollen sie die dem Abriss geweihte Alte Schule in Thune im Norden Braunschweigs doch noch retten. Wir treffen Egbert Nolte und Rudolf Markgräfe im historischen Kern von Thune an der Schunter. Die beiden Heimatpfleger sind betroffen und aufgebracht. Drinnen in der abgesperrten Alten Schule haben die Arbeiten bereits begonnen. Ende Februar soll alles vorbei sein – „Rückbau“, wie es heißt. Platz für Parkplätze für die Feuerwehr und den Kindergarten.

Sie wollen das nicht einsehen. Nolte und Markgräfe kämpfen um die Alte Schule in Thune. Ein Anbau, der nicht ganz so wichtig ist, könnte ja weichen – und es gäbe genug Platz für Parkplätze. Die Schule aber gehört zur Identität von Thune. Und in Ölper, argumentieren sie, ja, da ging es doch auch: Da wurde ein „Zwillingsbau“, die Alte Schule von Ölper, wunderbar erhalten, Menschen wohnen darin.

In Thune hat die Alte Schule zwar keinen Denkmalstatus, das ändert aber nichts daran, dass das immer noch gut erhaltene Gebäude im Ensemble an der Schunter mit historischer Hofanlage, Spritzenhaus und Schlauchturm, gleich da, wo einst die Burg, das Castrum Thune, stand, unersetzlich ist. Dort könnte, schlagen die Heimatpfleger vor, nicht nur das Ortsarchiv von Thune untergebracht werden, sondern auch das von Wenden und Harxbüttel im Stadtbezirk. Mehr noch: Es wäre – wie es ja auch in anderen Ortsteilen der Stadt der Fall ist – ein kommunikativer Anlaufpunkt für die Menschen im Ort. Ein Platz, der fehlt.

Doch so einfach ist das alles nicht. Eigentümerin der Alten Schule ist die Nibelungen-Wohnbau-GmbH, für die Prokurist Rouven Langanke uns auf Anfrage mitteilt: „Aktuell befindet sich das Gebäude aufgrund von massiven Mängeln in der Bausubstanz im verkehrssicheren Leerstand.“ Umfängliche Instandsetzung, Bewohn- und Nutzbarmachung komme nicht mehr in Betracht.

Denkmaleigenschaft, so Langanke, sei der Schule seitens des Landesamtes für Denkmalpflege versagt geblieben. Es gebe zu viele Veränderungen im Innen- und Außenbereich. Mehr noch: Aus Sicht der Stadtverwaltung gebe es gar keinen Raumbedarf. Und: Ein echtes Interesse für ein Nachnutzungskonzept sei nicht bekundet worden.

Vor Ort in Thune hört sich das etwas anders an, wenngleich es wirklich nicht gut für die Alte Schule ausschaut. Wirtschaftlich wird das wohl schwierig. Was nicht bedeutet, dass die Sache aussichtslos ist.

Die erforderlichen Mittel könnten, rechnen Nolte und Markgräfe vor, auch über Spenden hereinfließen. Man müsse es nur wollen. Und eben jene Menschen auch besser in die Planungen einbeziehen, die in Sachen Thuner Historie nicht einfach kapitulieren wollten. Fast 200 Jahre Geschichte der Schule dürften nicht so einfach beendet sein. Natürlich ist es kompliziert, steckt der Teufel im Detail. Aber deshalb müsse man sich jetzt zu Wort melden. Ehe es unwiderruflich zu spät ist für die Alte Schule in Thune.

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