Deshalb liegen Anwohner und Pendler in Schapen im Clinch

Braunschweig.  In Schapen werfen Autofahrer und Pendler einem Anwohner Schikane vor.

In der Hordorfer Straße parkt ein Anwohner seine Fahrzeuge am Straßenrand. Andere Autofahrer reagieren genervt.

In der Hordorfer Straße parkt ein Anwohner seine Fahrzeuge am Straßenrand. Andere Autofahrer reagieren genervt.

Foto: Thobaben

Es ist wochentags, später Nachmittag. Auf der Hordorfer Straße stehen am Ortsende drei Autos, geparkt auf der Fahrbahn. Nichts Besonderes, könnte man denken. Doch in Schapen sorgt die Park-Situation seit Jahren für Ärger. Warum?

Berufsverkehr staut sich auf der Hordorfer Straße

Das lässt sich in Zeiten des Berufsverkehrs erahnen: Immer wieder bilden sich hinter den geparkten Wagen Fahrzeugschlangen, weil ein Umfahren wegen des dichten Gegenverkehrs nicht immer ohne Weiteres möglich ist. Fakt ist: Parken ist an der Stelle nicht verboten. Unsere Zeitung kam mit dem Anwohner ins Gespräch. Der allerdings sieht weniger die Autofahrer, sondern sich selbst als Opfer.

Autos von Anwohner durch Verkehr zerstört

„Durch unachtsame Autofahrer ist es zu mehrfachen Beschädigungen an meinen Fahrzeugen gekommen. Nicht alle haben sich dann gemeldet“, sagt der Mann, der anonym bleiben möchte. In Schapen kennen ihn trotzdem viele. Er sei sogar schon einmal tätlich angegriffen worden, erzählt er. Jugendliche seien auch schon auf ihrem Rad an seinem Haus vorbeigefahren und hätten ihm Drohungen zugeschrien.

Parkt der Anwohner mit Absicht? Er sagt: Alles rechtens

Der Anwohner weiß, dass viele Menschen einer festen Überzeugung seien: Er stehe dort absichtlich, um Autofahrer zu ärgern. Der Meinung sind auch einige Pendler. Ein 20-Jähriger aus Weddel, der täglich mit dem Auto durch Schapen fährt, hat unserer Redaktion geschrieben. Er habe irgendwann an dem Haus gehalten, geklingelt und den Anwohner zur Rede gestellt. Dessen Antwort sei gewesen: Schapen sei keine Durchfahrtsstraße, er solle sich andere Wege suchen. „Auf der einen Seite kann ich den Herren gut verstehen, der Verkehr ist laut. Auf der anderen Seite jedoch stellt sein Verhalten eine große Gefahr für Autofahrer dar“, meint der Weddeler. Wähle man einen anderen Weg durch Schapen, komme man an einem Kindergarten vorbei. Das sei nicht besser. Durch das Parken auf der Straße komme es oft zu Situationen, in denen Frontalzusammenstöße oder Auffahrunfälle drohten, so der 20-Jährige.

Der Anwohner ist irritiert. „Eigentlich ist das doch total verrückt: Da beschweren sich Menschen aus Weddel bei mir und bei der Verwaltung, dass sie nicht schnell genug durch Schapen fahren können“, sagt er. Vor Jahren habe mal ein Polizist bei ihm geklingelt und ihn gelobt: „Er fand es gut, dass ich nicht wie andere Leute den Fußweg zuparke“, erinnert sich der Mann. Das Parken am Straßenrand sei absolut regelkonform. Dass er so den Verkehr beruhigen wolle, werde ihm dauernd unterstellt.

Anwohner parkt möglichst nah vor seinem Haus

Doch der Anwohner begründet sein Verhalten anders: „Ich parke, wie die meisten Hausbesitzer, möglichst nah vor meinem Haus. In meinem Grundbuch stehen keine Lasten zugunsten Durchfahrender. Ich zahle auch Straßenreinigungsgebühren für den Dreck, den andere dalassen.“ Früher habe er sein Auto in einer Querstraße abgestellt. Da hätten sich die Anwohner beschwert, weil jeder den Parkraum vor seiner Haustür für sich selbst beanspruche. Das sei ihm deutlich gemacht worden – durch zudrückendes Auffahren, Zaunlackieren mit Einbindung seines Fahrzeugs oder Luftverlust in seinen Reifen. Sein Grundstück zuparken wolle er ebenfalls nicht. Dort stehen auch schon andere Fahrzeuge, unter anderem ein alter Kleinlaster und ein Anhänger mit einem Boot.

Auf unsere Anfrage hin heißt es vonseiten der Polizei: Das Parken sei an der Stelle erlaubt. Aber man behalte die Situation im Blick.

Eine Lösung soll her

Bezirksbürgermeister Ulrich Volkmann wünscht sich eine Lösung. „Ich möchte kein durchgehendes Halteverbot auf der Straße und will dem Anwohner das Parken auch nicht untersagen“, erklärt er. Allerdings sollten nicht mehrere Fahrzeuge hintereinander auf der Straße geparkt werden dürfen. Überhaupt wünsche er sich eigentlich Tempo 30 für die gesamte Hordorfer Straße, so Volkmann.

Die Stadt ist ebenfalls über die Problematik informiert. Vor wenigen Tagen trafen sich Verwaltungsmitarbeiter an der Stelle zu einem Ortstermin.

Dieser Text wurde aktualisiert.

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