Braunschweig: Quartier St. Leonhard zeigt sein Gesicht

Braunschweig.  Die Übergabe der Räume an die Mieter ist für Herbst geplant. Die Wohnungen werden in Kürze vermarktet

Das Baugerüst ist fast komplett entfernt, so präsentiert sich das neue Eckhaus am Leonhardplatz.

Das Baugerüst ist fast komplett entfernt, so präsentiert sich das neue Eckhaus am Leonhardplatz.

Foto: Norbert Jonscher

Es ist kein „normales“ Neubaugebiet, wie sie derzeit massenhaft in der Stadt aus dem Boden schießen. Die Bauherren, die Richard Borek Stiftung und die Borek Immobilien GmbH & Co. KG, bezeichnen es als „Braunschweigs erstes integratives Sozialquartier“, in dem alte und junge Menschen neben- und miteinander leben werden, Menschen mit und ohne Handicap. Im Herbst sollen die letzten Mieter einziehen.

Gelände lag Jahrzehnte brach

Doch das Projekt ist mehr für Braunschweig. Füllt es doch vis-à-vis dem Brawo-Park und der Stadthalle und auch dem neu entstehenden Sterne-Hotel ein Areal, das die Reiterstaffel der Polizei brach hinterließ, als sie 1978 dort wegzog. Dort, wo anschließend lange hin und her überlegt wurde, was man auf dem Gelände anstellen könnte, ist mit viel „Wumms“, wie man neudeutsch sagt, auf jeden Fall eine markante, stadtbildprägende Bebauung entstanden, die sich nun, da die Baugerüste fortgenommen werden, der Öffentlichkeit stellt.

Kontroverse Meinungen

Denn über die baulichen Dimensionen des Eckhauses hatte es im Vorfeld, im Zusammenhang mit der Genehmigung des Bauvorhabens, kontroverse Meinungen gegeben. Manchen war die Wucht des Eckhauses im Vergleich zu den beiden alten Stallscheunen zu dominant. Während sich die städtische Bauverwaltung, als Genehmigungsbehörde, an der Traufhöhe der Stadthalle orientierte – und grünes Licht gab.

Was auffällt: die moderne Klinkersprache der Eckgebäude-Fassade, die sich neuerdings auch an anderen Stellen in der Stadt wieder findet, an einigen neu entstandenen Monumentalbauten – optisch verwandt mit dem neuen Feuerwehrdienstgebäude in der Feuerwehrstraße, dem umgebauten Reinicke & Richau-Gebäude am Bohlweg und selbst mit dem neu entstandenen Innenhof des Langerfeldt-Ensembles am Papenstieg.

Die Bauherren selbst meinen zur Optik an der Kreuzung Leonhardstraße/Leonhardplatz: „Die sichtbaren Vollklinker-Fassaden werten die städtebauliche Situation erheblich auf.“ Das Haus fasse den Platz mit seiner großen Straßenkreuzung „dank seiner stimmigen Dimension im Verhältnis zu den Bestandsbauten neu“ und gebe ihm „endlich Halt“.

Im „Quartier St. Leonhard“ sind insgesamt fünf neue Gebäude entstanden. Zum Projekt zählen auch die beiden denkmalgeschützten Stallscheunen gegenüber der Stadthalle. Dort sind erste bauliche Aktivitäten noch in diesem Jahr geplant. Untergebracht werden unter anderem Einrichtungen des Christlichen Jugenddorfwerks Deutschland (CJD) und der Evangelische Stiftung Neuerkerode (ESN). Bereits in Betrieb sind das Internat und der Internationale Kindergarten des CJD. Die ESN nutzt bereits seit März Wohnungen für 50 Menschen mit Behinderung. Im Eckhaus werden unter anderem Räume der Lukas-Werk Gesundheitsdienste untergebracht. Die Übergabe an die Mieter ist für Herbst geplant.

Die entstandenen Wohnungen sind in Kürze bezugsfertig und werden vermarktet. Die Vermietung soll Ende des Jahres beginnen. Darüber hinaus werden in den noch nicht bezugsfertigen Häusern die Diakoniestation mit einem ambulanten Pflegedienst und das Senioren- und Pflegezentrum Bethanien für Senioren-Servicewohnungen Platz finden.

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