Greenpeace erinnert in Braunschweig an Atombombenabwurf

Braunschweig.  Vor 75 Jahren starben mehr als 200.000 Menschen in Hiroshima und Nagasaki. Greenpeace: US-Atombomben aus Deutschland abziehen!

Auf dem Altstadtmarkt leuchtete das Friedenszeichen.

Auf dem Altstadtmarkt leuchtete das Friedenszeichen.

Foto: Greenpeace Braunschweig

Vor 75 Jahren warfen die USA die Atombombe auf Hiroshima ab. Sie explodierte am 6. August 1945 über bewohntem Gebiet, drei Tage später traf es Nagasaki. In Erinnerung daran haben Ehrenamtliche der Braunschweiger Greenpeace-Gruppe am Donnerstagabend ein Peace-Zeichen aus 75 Kerzen auf dem Altstadtmarkt aufgestellt und der Opfer gedacht.

Mit ihrer Lichtbotschaft riefen sie auch die Bundesregierung zu atomarer Abrüstung auf: „Es ist ein moralisches und politisches Armutszeugnis, dass Deutschland noch immer an US-amerikanischen Atombomben festhält“, sagt Max Kannenberg laut einer Pressemitteilung.

In Büchel lagern etliche US-amerikanische Atombomben

Laut einer aktuellen Greenpeace-Umfrage seien 83 Prozent der Menschen in Deutschland dafür, dass die US-amerikanischen Atombomben aus Deutschland abgezogen werden. Das Meinungsforschungsinstitut Kantar habe am 1. und 2. Juli dieses Jahres 1008 Menschen befragt.

„Auf dem Fliegerhorst im rheinland-pfälzischen Büchel lagern laut Experteneinschätzungen 20 US-amerikanische Atombomben, die im Kriegsfall von deutschen Piloten in ihr Einsatzgebiet geflogen werden sollen“, so Kannenberg. „Ihre jeweilige Sprengkraft beträgt das mindestens Zehnfache der Hiroshima-Bombe. Beim Atombombenangriff auf Hiroshima und Nagasaki waren 1945 mehr als 200.000 Personen ums Leben gekommen. Die Menschen in der Region leiden noch immer unter den Spätfolgen des Abwurfs.“

Greenpeace: Deutschland muss den Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichnen

Deutschland könne jetzt wegweisend einen glaubwürdigen Beitrag für eine atomwaffenfreie Welt leisten, indem die Bundesregierung den Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichne, sagt er. „92 Prozent der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger befürworten laut Umfrage, dass die Bundesregierung den Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichnet.“

Greenpeace setzt sich ein für das friedliche Lösen von Konflikten, den Erhalt demokratischer Rechte, ein Rüstungsexportverbot in Drittländer, Krisen- und Kriegsgebiete sowie weltweite atomare Abrüstung und Umweltschutz.

Auch das Friedenszentrum hatte für Freitagabend zum Gedenken eingeladen – mit 100 schwimmenden Kerzen auf der Oker, mit Musik und Lesung.

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