Braunschweiger Start-up stellt Freizeit-App vor

Braunschweig.  Sechs Gründer haben eine App entwickelt, die die Menschen in unserer Region zusammenbringen soll.

Sie wollen die Menschen per Freizeit-App zusammenbringen: Julien Bartkowski (hinten, von links), Marcel Nielebock, Christopher Schielke sowie Phillip Voigtländer (vorne, von links), Anne-Kathrin Beugel und Lasse Schumacher.

Sie wollen die Menschen per Freizeit-App zusammenbringen: Julien Bartkowski (hinten, von links), Marcel Nielebock, Christopher Schielke sowie Phillip Voigtländer (vorne, von links), Anne-Kathrin Beugel und Lasse Schumacher.

Foto: Joller

Wer schon einmal irgendwo neu angefangen hat, sei es für das Studium, die Lehr- oder Arbeitsstelle, der weiß, wie unschön es sein kann, wenn die Vorlesung oder der Arbeitstag endet: Einsam fristet man so manche Stunde. So ging es Julien Bartkowski beim Studienstart in Hannover und auch beim Auslandssemester in Wales. Und als er so mit seinem Freund und heutigem Schwager Christopher Schielke zusammensaß und zurückdachte, kam beiden die Idee, dass man solch trostlose Stunden doch abschaffen könnte. Per App.

Zusammen mit Marcel Nielebock, Phillip Voigtländer, Anne-Kathrin Beugel und Lasse Schumacher entwickelten sie eine Freizeit-App, über die Nutzer Freizeitaktivitäten einstellen und Menschen suchen können, die Lust haben mitzumachen. Das kann alles Erdenkliche sein, Kinobesuch, Beachvolleyball, Stricken. Zudem können gewerbliche Anbieter Angebote machen, die mit Rabatten versehen sein können, Kartfahren, Indoor Soccer, Escape Game. Rund 500 Menschen haben sich laut Schielke die App, die zum 1. Oktober online ging, bereits heruntergeladen. In Braunschweig gibt es rund zehn Firmenpartner, die Angebote auf Joller machen.

Erst Braunschweig, dann Niedersachsen und ganz Deutschland, so der Plan

„Wir starten in unserer Heimat, in Braunschweig und der Umgebung“, sagt Schielke. Das Ziel sei es, nach und nach in mehr Städten präsent zu sein, erst einmal in Niedersachsen, dann Hamburg und Bremen, Berlin und schließlich deutschlandweit. Das ist der Wunsch. „Wenn man erstmal die Großstädte erobert hat, ist es vielleicht ein Selbstläufer.“

Gegründet haben Schielke und Bartkowski ihr Unternehmen mit Sitz in Braunschweig Ende September. Geschäftsführer sind sie nebenberuflich. Schielke arbeitet beim VfL Wolfsburg, Bartkowski bei Volkswagen, ebenso wie die Gesellschafter Schumacher und Beugel. Voigtländer ist bei Volkswagen Financial Services beschäftigt. Bisher ist die App komplett selbst finanziert. „Wir sind überzeugt von der Idee und wenn das Unternehmen wächst, können wir uns vorstellen, uns der Aufgabe in Vollzeit zu widmen“, sagt Schielke.

Virtuell Leute fürs echte Freizeitleben finden

Gibt es denn so eine App nicht schon? Schielke: „Wir haben uns auf dem Markt umgeschaut und es gibt Vergleichbares, aber nichts gleiches.“ Entweder gebe es Plattformen, auf denen Firmen Coupons anbieten oder es gebe Netzwerke, die häufig jedoch kostenpflichtig seien, wenn man selbst Aktivitäten einstellen wolle. „Wir bringen beides kostenfrei zusammen.“ Und kosten- wie auch werbefrei soll es Schielke zufolge für die Nutzer auch bleiben. „Wir hoffen, dass die Leute Spaß damit haben. Sie sollen nicht von Pop-up-Bannern genervt werden.“ Perspektivisch sollen die Einnahmen über die gewerblichen Partner kommen. Die erhoffen sich wie Gregor Domeyer von „KartCity“ Werbung und zusätzliche Kunden, die sie über andere Kanäle vielleicht nicht erreicht hätten.

Eine App, die Menschen, die sich nicht bekannt sind, dazu animieren soll, gemeinsam Zeit zu verbringen – es gäbe bessere Start-Zeitpunkte als den, da sich die Kurve der Corona-Infizierten wieder in die Höhe schraubt. Und in der Tat, nach fast zweijähriger Entwicklungsphase war die App eigentlich schon im Frühjahr bereit für den Start. Der Lockdown durchkreuzte die Pläne. „Und natürlich wollen wir auch jetzt die Leute nicht dazu animieren, Regeln zu brechen“, sagt Schielke. Überprüfen lasse sich das natürlich nicht. Aber anonym laufe es nicht ab. Wer sich anmeldet, mache das mit vollem Namen, Profilbild, Geburtsdatum und E-Mail-Adresse. Das Ziel: Virtuell Leute finden, die im echten Leben Freunde werden können. Und das ganze natürlich mit viel Spaß, getreu dem Motto der App „Aus Jux und Dollerei“, aus dem die Gründer den Firmennamen „Joller“ formten.

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