SPD, CDU, Grüne: Keine Stahl-Haltestellen auf Altstadtmarkt!

Braunschweig.  Die drei Braunschweiger Ratsfraktionen legen sich fest: Es sollen die üblichen transparenten Wartehäuschen aufgestellt werden – frei von Werbung.

Der Entwurf des Architekturbüros K17 aus Uslar sah unter anderem Überdachungen aus Cortenstahl vor.

Der Entwurf des Architekturbüros K17 aus Uslar sah unter anderem Überdachungen aus Cortenstahl vor.

Foto: Architekturbüro K17 / Tim Grimme

Die Diskussion über die künftigen Haltestellen-Wartehäuschenauf dem Altstadtmarkt ist entschieden. Die drei größten Ratsfraktionen sprechen sich gegen den Entwurf der Stadtverwaltung aus. Wie die SPD-Fraktion mitteilt, fordert sie gemeinsam mit den Grünen und der CDU in einem interfraktionellen Antrag, die geplanten Stahlkonstruktionen aus Cortenstahl nicht aufzustellen.

„Stattdessen sollen transparente Wartehäuschen auf dem Altstadtmarkt installiert werden, wie sie bereits an vielen Orten in der Stadt, beispielsweise am Rathaus, zu finden sind“, so die SPD. Weiterhin solle darauf geachtet werden, außer der BSVG-Informationstafel keine weiteren Elemente wie Werbetafeln einzubauen.

Stadtbaurat: Entwurf nimmt Bezug zur mittelalterlichen Prägung des Altstadtmarktes

Dass die stark frequentierte Haltestelle am Altstadtmarkt – täglich steigen dort 4200 Fahrgäste ein und aus – Wetterschutze erhalten und barrierefrei werden soll , ist unumstritten. Vor allem die Linksfraktion hatte immer wieder darauf gedrängt. Im November hatte die Stadtverwaltung dann das Ergebnis eines Wettbewerbs präsentiert. Dieser war wegen der besonderen historischen und gestalterischen Bedeutung des Platzes ausgelobt worden.

Sechs Architekturbüros hatte die Stadt zum Wettbewerb eingeladen. Als Jury fungierte der Gestaltungsbeirat – ihm gehören neben Mitarbeitern der Stadtverwaltung auch externe Sachverständige an. Das Ergebnis: Der Entwurf des Architekturbüros K17 aus Uslar überzeugte am meisten. Dieser sah vor insbesondere vor, die Wartehäuschen in einem Rahmen aus rötlichem Cortenstahl einzufassen.

Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer hatte dazu gesagt: „Auf den ersten Blick wird dieser Entwurf sicher polarisieren. Viele Bürgerinnen und Bürger werden sich fragen, ob solch eine moderne skulpturale ‚Installation‘ auf den Altstadtmarkt passt. Nimmt der Entwurf sich nicht zu wichtig? Vielen wird auch das Material Cortenstahl fremd und unpassend erscheinen.“ Für den Entwurf spreche allerdings, dass er Bezug zur mittelalterlichen Prägung des Altstadtmarktes nehme. Hingegen würde die Standard-Variante eines Stahl-Glas-Wetterschutzes mit Pultdach aus Sicht der Jury gestalterisch isoliert auf dem Platz stehen.

SPD: Stahlkonstruktion wirkt als Störfaktor

Doch bei vielen Bürgern stieß der Entwurf auf Widerstand. Und auch Christoph Bratmann, Vorsitzender der SPD-Fraktion,kritisiert die auffällige Ausgestaltung der Wartehäuser: „Die Stahlkonstruktion lenkt von der spätmittelalterlichen Architektur ab und wirkt als Störfaktor in der Wahrnehmung des Altstadtmarktes.“

Nicole Palm, Sprecherin der SPD-Fraktion im Planungs- und Umweltausschuss, äußert sich ebenfalls ablehnend: „Die neuen Wartebereiche sollten so gestaltet sein, dass sie sich harmonisch in den Altstadtmarkt einfügen. Cortenstahl kann ein starkes städtebauliches Statement sein. Er ist aber aus unserer Sicht nicht geeignet, dem historischen Ensemble des Altstadtmarktes gerecht zu werden.“

Der positive Nebeneffekt: Der Entwurf hätte statt der veranschlagten 330.000 Euro insgesamt 610.000 Euro gekostet, also 280.000 Euro mehr. Dieses Geld kann nun eingespart werden.

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