Flüchtlingshilfe

VHS Braunschweig – Kostenfreier Kursus für Ukraine-Helfer

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Stufe für Stufe auf dem Weg zum erfolgreichen Miteinander: Susanne Hauswaldt von der Bürgerstiftung (von rechts), Bernd Henn vom Verein Freie Ukraine und Hans-Peter Lorenzen von der VHS haben den Kursus "Helfern helfen" auf den Weg gebracht. Olena Dobzhanska füllt ihn als eine der Kursleiterinnen mit Leben.

Stufe für Stufe auf dem Weg zum erfolgreichen Miteinander: Susanne Hauswaldt von der Bürgerstiftung (von rechts), Bernd Henn vom Verein Freie Ukraine und Hans-Peter Lorenzen von der VHS haben den Kursus "Helfern helfen" auf den Weg gebracht. Olena Dobzhanska füllt ihn als eine der Kursleiterinnen mit Leben.

Foto: Stefan Lohmann / regios24

Braunschweig.  Der Kursus „Helfern helfen“ soll erste Kenntnisse der ukrainischen Sprache und Kultur vermitteln. Dank der Bürgerstiftung ist er kostenfrei.

Deutschkurse für Flüchtlinge aus der Ukraine gibt es bereits zahlreiche von vielen Anbietern, vom Braunschweiger Verein Freie Ukraine zum Beispiel oder von der Volkshochschule Braunschweig. So werden seit Wochen allein in der VHS von ehrenamtlichen Helfern rund 130 Menschen aus der Ukraine in Deutsch unterrichtet. Nun will die VHS auch denjenigen ein Angebot machen, die den Ukrainerinnen und Ukrainern im Alltag helfen. In Kooperation mit dem Verein Freie Ukraine bietet sie den Ukrainisch-Schnellkursus „Helfern helfen“ an. Dank der Unterstützung der Bürgerstiftung Braunschweig ist der Kursus für die Teilnehmenden kostenfrei.

Wer mitmacht, lerne Grundzüge der ukrainischen Sprache kennen, sagt Hans-Peter Lorenzen, Geschäftsführer der VHS Braunschweig. Es gehe darum zu lernen wie man „Guten Tag“ und „Auf Wiedersehen“ sagt, es gehe um Wörter, die man jeden Trag braucht. „Mit ein paar freundlichen Worten in der vertrauten eigenen Sprache begrüßt zu werden, trägt sicherlich dazu bei, sich in einem fremden Land nicht ganz so fremd zu fühlen“, sagt Lorenzen. Es gehe aber nicht nur um Sprachimpulse, so Susanne Hauswaldt, stellvertretende Vorstandsvorsitzende und Geschäftsführerin der Bürgerstiftung Braunschweig. Es gehe auch um das Kulturverständnis. Und das sei nicht nur hilfreich in der aktuellen Situation, sondern auch für später, dann, wenn es beispielsweise um den Wiederaufbau in der Ukraine geht. „Alle kleinen Brücken, die wir jetzt bauen, werden auch später für Verständnis sorgen.“

„Auch wichtig, der anderen Kultur gegenüber Wertschätzung zu zeigen“

Der Impuls zu dem Kursus „Helfern helfen“ sei von Kollegen anderer Volkshochschulen gekommen, sagt Lorenzen. „Es ist wichtig, dass die Menschen deutsch lernen. Es ist aber auch wichtig, der anderen Kultur gegenüber Wertschätzung zu zeigen.“ Über den Verein Freie Ukraine waren schnell zwei Lehrerinnen gefunden, die den Kursus leiten können. Vereinsmitglied Bernd Henn kennt die Sprachlehrerin Olena Dobzhanska, die einen der Kurse leitet, schon seit 2015 von einer Universität im Westen des Landes, in der er als Dozent tätig war. 2019 war sie dann Teilnehmerin einer deutsch-ukrainischen Jugendbegegnung, die sie nach Braunschweig führte.

Sie selbst habe nicht fliehen müssen, erzählt Dobzhanska. Da wo sie wohne, im Westen, sei es relativ ruhig. Aber seit Kriegsbeginn sei es schwierig geworden zu arbeiten. Die Sprachschule hatte geschlossen, sie stand arbeitslos da. Dobzhanska: „Hier hatte ich die sehr schöne Möglichkeit, anderen Menschen zu helfen.“ Ihre Familie ist noch in der Ukraine. Der Ort, in dem sie leben, sei schon beschossen worden. Aber die Familie wolle nicht weg. Ihr Bruder sei Feuerwehrmann und dürfe nicht ausreisen, seine Frau wolle bei ihm bleiben und auch die Mutter sage, dass sie sie nicht allein lassen könne. In der VHS ist Dobzhanska nun als Honorarkraft tätig. Das umfasst nicht nur den Kursus „Helfern helfen“. Sie gibt auch Deutschkurse für ukrainische Kinder.

Die Ukrainisch-Schnellkurse finden am 20. und 21. Mai statt

Für die Bürgerstiftung sei es ein großes Anliegen, Projekte zu unterstützen, die ukrainischen Flüchtlingen dabei helfen, in Braunschweig anzukommen, sagt Hauswaldt. „Deswegen fördern wir unter anderem diese Projekt der Volkshochschule aus voller Überzeugung.“ Das Geld dafür stammt aus dem Ukraine-Fonds, den die Stiftung vor einigen Wochen eingerichtet hat. Rund 11.000 Euro Spendengelder sind bereits zusammen gekommen. „Spender kamen auf uns zu und haben gefragt, was wir für die Flüchtlinge tun.“ Da humanitäre Hilfe kein Satzungszweck der Stiftung ist, sei beschlossen worden, Bildungsprojekte wie das der VHS zu unterstützen. Auch die Caritas, das Haus der Kulturen oder der Verein Frauen Bunt werde bei der Hilfe für ukrainische Flüchtlinge von der Bürgerstiftung unterstützt.

Der Ukrainisch-Schnellkursus für Helfende umfasst acht Unterrichtsstunden, die sich auf Freitagabend, 20. Mai, und Samstagvormittag, 21. Mai, aufteilen. Geplant sind derzeit zwei parallel stattfindende Kurse mit den Kursleiterinnen Olena Dobzhanska und Roksolana Zavinska. Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der VHS. Direkt zu den Kursen finden Sie hier und hier.

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