Watenbüttel

Gestank im Norden Braunschweigs: Woher kam er? Und ist es vorbei?

| Lesedauer: 3 Minuten
Ungefähr seit Anfang Juli habe es immer wieder süß-sauer gestunken, berichtet ein Anwohner aus Watenbüttel.

Ungefähr seit Anfang Juli habe es immer wieder süß-sauer gestunken, berichtet ein Anwohner aus Watenbüttel.

Foto: Oliver Berg / picture alliance / dpa

Braunschweig.  Anwohner in Watenbüttel und Völkenrode klagten in den letzten Wochen über unangenehmen Geruch. Auch beim Gewerbeaufsichtsamt gingen Beschwerden ein.

In den letzten vier bis fünf Wochen hat es im Braunschweiger Nordwesten immer mal wieder kräftig gestunken. Ein Anwohner aus Watenbüttel meldete sich vor wenigen Tagen ratlos in der Redaktion: Ob wohl irgendetwas im Abfallentsorgungszentrum von Alba nicht richtig laufe? Oder nebenan im Klärwerk? Er wohnt nicht weit entfernt, direkt am Ortsrand von Watenbüttel.

„Mal stinkt es, mal nicht. Aber fast täglich. Das riecht süß-sauer“, sagte er. „Und es ist sehr unangenehm. Man kann dann abends nicht mehr auf der Terrasse sitzen oder nachts das Fenster öffnen.“ Früher, vor einigen Jahrzehnten, sei es noch üblich gewesen, dass Gerüche von Deponie und Klärwerk im Dorf ankamen. Aber das sei eigentlich längst Geschichte. Umso mehr irritierte ihn jetzt die langanhaltende Geruchsbelästigung.

Braunschweiger Klärwerk: Keine geänderten Betriebsabläufe

Eine Nachfrage bei der Stadtentwässerung Braunschweig, die für den Betrieb des Klärwerks zuständig ist, bringt keine Klärung: Einem Sprecher zufolge gibt es weder geänderte Betriebsabläufe noch andere Neuerungen. Eine Vermutung: Möglicherweise rieche es aus Mischkanälen im Ort, in denen Schmutzwasser und Regenwasser transportiert wird? Angesichts der Trockenheit sei der Spüleffekt geringer, so dass es bei Wärme grundsätzlich zu Gerüchen kommen könne.

Alba Braunschweig: Gewerbeaufsichtsamt hat sich bei uns gemeldet

Auch bei Alba kann man sich den Gestank nicht erklären. Unternehmenssprecherin Sigrid Schulte erläutert auf Anfrage, dass in der letzten Zeit keine Veränderungen an der Maschinen- und Anlagentechnik oder an den Arbeitsabläufen durchgeführt worden seien. „Allerdings ist das Gewerbeaufsichtsamt Mitte Juli auf uns zugekommen und hat berichtet, dass es in den vergangenen Wochen zu Geruchsbeschwerden aus Watenbüttel und Völkenrode gekommen ist“, sagt sie.

Bei einem ersten Ortstermin mit dem Gewerbeaufsichtsamt im Abfallentsorgungszentrum konnten ihr zufolge aber keine starken Gerüche festgestellt werden. „Daraufhin wurde mit dem Gewerbeaufsichtsamt vereinbart, dass sich im Falle weiterer Anrufe die Beschwerdeführer direkt an unser Unternehmen wenden können, da wir ein großes Interesse an der Ursachenaufklärung haben“, so Schulte. „Das Angebot wurde bislang von zwei Personen wahrgenommen – wir stehen mit einem Beschwerdeführer im direkten Kontakt.“

Alba: Bei einem Ortstermin war kein Geruch wahrnehmbar

Am 27. Juli gab es demnach einen Ortstermin zwischen Alba und dem Beschwerdeführer in seinem Wohnumfeld. Dabei habe es nicht gestunken. Auch bei einem Besuch dieses Anwohners auf dem Betriebsgelände habe der Geruch nicht wahrgenommen werden können. „Es wurde vereinbart, dass der Beschwerdeführer die Gerüche in den folgenden Tagen protokolliert und auch möglichst den Entstehungsort eingrenzt. Wir bleiben bis zur Klärung des Sachverhaltes in Kontakt mit dem betroffenen Anwohner und dem Gewerbeaufsichtsamt“, sagt Schulte.

Laut dem Anwohner aus Watenbüttel, der sich an die Redaktion gewendet hatte, hat es in den letzten Tagen nicht mehr gestunken. Er hofft, dass es dabei bleibt.

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