Ziel „voll erreicht“ – und das im Eiltempo

Gifhorn.  Vorbildlich: Pflegehelfer Leon Sprenger hat als Erster von der Lebenshilfe einen Arbeitsvertrag auf dem Ersten Arbeitsmarkt.

Seniorin Ursula Schirdewan (rechts) hat Pflegehelfer Leon Sprenger in ihr Herz geschlossen. Marion Soschniok (links) und Nadine Kruck freuen sich, dass alles so gut läuft

Seniorin Ursula Schirdewan (rechts) hat Pflegehelfer Leon Sprenger in ihr Herz geschlossen. Marion Soschniok (links) und Nadine Kruck freuen sich, dass alles so gut läuft

Foto: Christiane Schacht / BZV

Anderen Menschen zu helfen, das liegt Leon Sprenger. Dass die Pflege zu seinem Berufswunsch wurde, ist dann nicht verwunderlich und war dann wohl nur ein kleiner Schritt. Nein, denn für ihn war und ist es ein ganz großer. Der 22-jährige Gifhorner hat als Erster von der Lebenshilfe Gifhorn einen Arbeitsvertrag auf dem Ersten Arbeitsmarkt bekommen.

Und nicht nur das: In Rekordzeit hat sich der junge Mann durch die Bildungsmaßnahmen der Lebenshilfe gearbeitet und zum 15. September seinen unbefristeten Arbeitsvertrag als Pflegehelfer beim Pflegedienst Bettina Harms unterschrieben. Er arbeitet in einer Senioren-Wohngemeinschaft des Pflegedienstes am Gifhorner Hüttenweg und hat damit sein Ziel, einen „echten Arbeitsvertrag“ zu bekommen, erreicht, so seine ehemalige Bildungsbegleiterin bei der Lebenshilfe, Nadine Kruck.

Zur Vorgeschichte: Wegen seiner geistigen Einschränkung fiel Leon Sprenger bei einem Test der Arge durch und landete dadurch am 2. Januar 2017 beim Berufsbildenden Bereich der Lebenshilfe Gifhorn. Durch das Wirken des Qualifizierungs- und Vermittlungsdienstes der Lebenshilfe kam er im Februar 2018 zum Praktikum in die Senioren-WG am Hüttenweg. Und wollte gleich bleiben, weil es ihm so gut gefiel, erinnert sich Kruck.

Auch Marion Soschniok, stellvertretende Teamleiterin bei Harms, erinnert sich, dass Leon sich sofort in das Team integriert habe sowie fleißig und hilfsbereit gewesen sei. Der Pflegedienst Harms wollte ihm daraufhin die Chance auf dem Ersten Arbeitsmarkt geben.

Sprenger ist „sehr stolz“, sagt er, dass „Bettina Harms das getan hat“. Warum sie das getan hat? Da muss er eigentlich nicht lange überlegen und sagt aber doch ein bisschen verlegen: „Weil ich mich bemüht habe.“ Normalerweise dauert der so genannte externe Berufsbildungsbereich 27 Monate. Aber Leon ist schon durch. Er hat sein Programm in 20,5 Monaten absolviert und damit, so Kruck, „sein Ziel mehr als voll erfüllt“.

In der Wohngruppe mögen die fünf Seniorinnen und der eine Senior ihren Leon. „Er ist immer gleich da, wenn ich ihn rufe und hilft mir dann“, lobt Ursula Schirdewan. Freundlich sei er auch immer. Der junge Gifhorner übernimmt pflegerische Tätigkeiten, hilft bei der Essenvorbereitung, kocht für die Gruppe. Neulich gab es sein Leibgericht: Nudelauflauf. Ob der geschmeckt habe? „Die haben sogar abends noch einmal davon gegessen, weil der so gut geschmeckt hat“, sagt er und lacht.

Er ist offenbar angekommen. Das sagt er selbst, das sagen die anderen. Er hat sich im Team von Anfang an wohl gefühlt – sicher wegen der familiären Atmosphäre, so Soschniok. Leon setzt noch einen drauf: „Das ist wie mein zweites Zuhause.“

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