Internet-Einkauf vor der Haustür

Wesendorf.   Ein Wesendorfer Lebensmittelmarkt bietet einen Lieferservice per Onlineshop.

Mitarbeiter Christian Mantel befüllt eine Lieferkiste mit den Produkten des Online-Warenbkorbs eines Kunden.

Mitarbeiter Christian Mantel befüllt eine Lieferkiste mit den Produkten des Online-Warenbkorbs eines Kunden.

Foto: Stefan Lohmann / Lohmann, Stefan

Lebensmittel im Internet zu bestellen, um sie sich direkt nach Hause liefern zu lassen, ist kein ganz neues Konzept. Große Händler-Ketten bieten dies schon länger an. Dass ein örtlicher Einzelhändler wie in Wesendorf seine Kunden per hauseigenem Onlineshop versorgt, dürfte aber eher noch die Ausnahme sein.

Wer hier seine Ware am PC, Tablet oder gar per Handy-App bestellt, kauft virtuell an den Regalen und Frischetheken ein – von der Konserve bis zum frischen Obst, Gemüse oder Fleischprodukt, beschreibt Jens Thölke, Marktleiter von Edeka Eisbrenner, die Idee einer modernen und zugleich regionalen Lebensmittelversorgung. „Frischer kann die Ware nicht ankommen“, sieht Thölke „das größte Pfund“ bei der Tür-zu-Tür-Lieferung – und das landkreisweit. Denn wer bis 16 Uhr online bestelle, bekomme seinen Warenkorb am selben Tag.

Dabei kann der Kunde sich aussuchen, in welchem der zwei angebotenen Zeitfenster vormittags oder abends die Bestellung bei ihm ankommen soll. „Wir leben ja in einer Gesellschaft, in der Zeit eine riesige Rolle spielt und wertvoll ist“, sagt Thölke. Da könne es beispielsweise für einen Selbstständigen von großem Vorteil sein, wenn er nicht zum Einkauf noch einmal in ein Geschäft fahren müsse. „Zumal wir abends bis 21 Uhr liefern“, so Thölke, der jedoch den demografischen Wandel für die Zukunft als noch bedeutsamer ansieht.

„Die Menschen werden immer älter, können sich aber häufig nicht mehr selbst versorgen“, hebt der Marktchef hervor. Da liege es praktisch auf der Hand, den Kunden über moderne Systeme einen komfortablen Service zu bieten. „Sicher, für viele mag die Vorstellung, per Internet einzukaufen,

erst mal merkwürdig erscheinen“, weiß der 54-jährige Kaufmann auch von Skepsis und Vorbehalten zu berichten. „Wir Deutschen wollen oft noch die Ware in die Hand nehmen und begutachten, bevor wir sie kaufen“, nennt Thölke die meist größte Hemmschwelle.

Der größte Vorteil eines regionalen Onlineshops sei indes, dass die gewählten Produkte innerhalb weniger Stunden dem Kunden direkt übergeben werden, sagt Thölke. „Und an dieser Stelle kommt dann auch wieder der direkte Kundenkontakt ins Spiel“, ergänzt er. Der Fahrer, ein Marktmitarbeiter, händige den Warenkorb persönlich aus, was Vertrauen schaffe. „Zugleich bekommt er – und damit der Markt – direktes Feedback“, so Thölke.

Darüber hinaus nutze der Markt auch Facebook als Kommunikationsplattform. „Da findet heutzutage praktisch Mund-zu-Mund-Propaganda statt“, meint Thölke. Dass im Onlineshop viele bekannte, regionale Produkte aus der Nachbarschaft erhältlich seien, überzeuge die Nutzer schon. „Auch, dass man bei unserem Lieferfahrer noch bar zahlen kann, genauso wie online etwa per PayPal, und einfach mal zum Telefon greifen kann, um eine Beschwerde loszuwerden, nimmt Skepsis“, sagt Thölke.

Seine Erfahrungen der ersten vier Monate des Zukunftsmodells, das parallel zum Einkauf im Ladengeschäft läuft: „Wir müssen noch einiges tun, um noch mehr Vertrauen aufzubauen, und noch viel mehr kommunizieren, dass es uns überhaupt auch als Onlineshop gibt.“ Thölke macht keinen Hehl daraus, dass der Lebensmitteleinkauf um die Ecke via Internet noch nicht vollends in der Gegenwart angekommen ist.

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