Bei Rienelt Walkhoff klappt das Drumherum

Meinersen.  Kandidatenporträt Gifhornerin des Jahres 2019: Sie ist die gute Seele im Meinersener Künstlerhaus und Bauexpertin des Seniorenbeirats.

Rienelt Walkhoff kümmert sich im Künstlerhaus Meinersen um alles Organisatorische rund um die Ausstellung des früheren Stipendiaten Frank Schäfer.

Rienelt Walkhoff kümmert sich im Künstlerhaus Meinersen um alles Organisatorische rund um die Ausstellung des früheren Stipendiaten Frank Schäfer.

Foto: Christian Franz

Woher kamen eigentlich die Tabletts voller Canapés für all die Besucher der Ausstellungseröffnung von Frank Schäfer Freitagabend im Künstlerhaus Meinersen? Nun, den Cateringservice hatte Rienelt Walkhoff übernommen. Bereits am Nachmittag war sie mit einem Korb voller Einkäufe und mit einer Stiege voller Blumenarrangements gefahren, um für die Vernissage alles vorzubereiten. „Die Blumen sind aus dem Garten Walkhoff“, lächelte die 73-Jährige. Bereits zu Hause fertig arrangiert, so dass sie die Schalen in den Ausstellungsräumen „nur noch“ verteilen musste.

Bei der Gelegenheit spricht sie beinahe im Vorübergehen die nächsten Sanierungsarbeiten mit einem örtlichen Malermeister ab. Gerade wird eine Atelierwohnung überholt. Türen und Heizkörper brauchen einen professionellen Farbanstrich. Im Vorübergehen heißt dabei nicht oberflächlich. Denn Walkhoff kennt sich im Künstlerhaus bestens aus. Sie hat den Neuanfang vor einigen Jahren handfest mitgestaltet, als der Verein eine neue wirtschaftliche Grundlage brauchte: „Damals habe wir hier erst mal Grund reingebracht, alles entmüllt und gestrichen. Da war ich praktisch jeden Tag hier.“ Wenn man ehrlich ist,hat sich Walkhoffs Künstlerhaus-Frequenz seitdem nur unwesentlich verringert. Sie organisiert bis zu vier Ausstellungen im Jahr, dazu drei Vorträge über Kunst und Kommunikation, die Sommerakademie und zusätzliche Führungen durchs denkmalgeschützte Haus und aktuelle Ausstellungen.

Gifhorner des Jahres - Kandidatin Rienelt Walkhoff
Gifhorner des Jahres - Kandidatin Rienelt Walkhoff

Sie hilft den neuen Stipendiaten beim Einleben, beherbergt Künstler auch schon mal bei sich zu Hause oder richtet bei sich zu Hause ein Abendessen für Vereinsvertreter und Stipendiaten aus. „Es ist einfach wichtig, dass das Drumherum klappt“, sagt Walkhoff. Ihr Antrieb: „Es macht einfach Spaß. Zusammen mit anderen Team könnte es nicht besser sein.“

Offiziell ist Walkhoff als Vertreterin der Samtgemeinde in den Vorstand des Trägervereins Künstlerhaus Meinersen entsandt. Inoffiziell ist die frühere Rektorin der Grundschule Hillerse und ehemalige CDU-Ratsfrau die gute Seele des Künstlerhauses. Und das ist nur die halbe Wahrheit über Rienelt Walkhoff.

Die andere ist ihr Engagement im Seniorenbeirat der Samtgemeinde. Dort engagiert sie sich seit ihrem selbstgewählten Rückzug aus der Kommunalpolitik nach der 2016er Wahl, bei der sie nicht mehr kandidierte. Die Räte von Gemeinde und Samtgemeinde berät sie nun mit acht Beiratskollegen bei Beschlüssen, die die ältere Generation betreffen. Walkhoffs Aufgabenfeld betrifft alle Bau-Themen sowie das Ressort Jugend, Familie und Senioren in der Samtgemeinde. Die Position des Seniorenbeirats wird wiederum in eigenen Sitzungen vorbesprochen und abgestimmt.

Dazu kommen auch in dieser Sphäre jede Menge handfeste Aufgaben. Im erfolgreichen Mehrgenerationenhaus ist der Seniorenbeirat am Programm beteiligt, etwa am englischen Frühstück oder am Smartphone-Kursus von Hauptschülern für Senioren. Es gibt einen Gesprächskreis für Angehörige von Alzheimer-Patienten, den Verkehrssicherheitstag, den Ehrenamtstag.

Konzeptionell federführend arbeitet Rienelt Walkhoff zudem an einem Verein für gegenseitige Bürgerhilfe mit. Dazu kommt das umfangreiche Projekt altengerechter Wohnungen mit Serviceangebot im künftigen Meinersener Baugebiet Kreuzkamp neben der Grundschule am Bambergsweg. An dieser Schnittstelle zwischen Politik, Investoren, Betreibern und möglichen Bewohnern gibt es immens viel Abstimmungsbedarf, hat Walkhoff schnell gemerkt. Denn auch hier gilt ihr Anspruch, der so einfach klingt, aber jede Menge Aufwand erfordert: „Es ist wichtig, dass das Drumherum klappt.“

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