Rotarier helfen Wedesbüttels Wald und Waldbesitzern

Wedesbüttel.  Weil die Forstrealgemeinde die Hälfte ihrer Bäume verlor, unterstützen die Braunschweiger sie bei Neupflanzungen.

Landesförster Andreas Baderschneider (von links, mit Hund Falco) erklärt, warum sich die privaten Waldeigentümer in der Wedesbütteler Forstrealgemeinde von Ernst Heumann-Gaus von Past-President Lothar Stempins Braunschweiger Rotariern die Wiederaufforstung eines Fichten-Kahlschlags bezahlen lassen.

Landesförster Andreas Baderschneider (von links, mit Hund Falco) erklärt, warum sich die privaten Waldeigentümer in der Wedesbütteler Forstrealgemeinde von Ernst Heumann-Gaus von Past-President Lothar Stempins Braunschweiger Rotariern die Wiederaufforstung eines Fichten-Kahlschlags bezahlen lassen.

Foto: Christian Franz

Ein Waldtermin bei Wedesbüttel. Die Braunschweiger Rotarier haben viel zu erklären. Ernst Heumann-Gaus von der örtlichen Realgemeinde, einem Zusammenschluss sieben privater Waldbesitzer im Südkreis, hat auch viel zu erzählen. Denn es ist eine Menge passiert seit dem Dürrejahr 2018: Die Hälfte der 17 Hektar Wald bei Wedesbüttel ist weg. Trockenheit und Borkenkäfer machten ganze Fichtenschonungen platt. Ein Kahl-Schlag ins Kontor für die engagierten Eigentümer, die seit Jahren eher Geld in ihren Wald stecken als Profit daraus zu ziehen.

Allein eine 1,3 Hektar große Brachfläche südlich des Friedhofes mit klimaangepasstem Laubmischwald aufzuforsten, kostete 14.000 Euro. 5100 amerikanische Roteichen, jene, die im Herbst den Indian Summer leuchten lassen, und 1700 Rotbuchen, waren zu setzen und zu umzäunen. Diese Bäume sollen ein trockeneres Klima besser überstehen. Nach dem wenig lukrativen Abverkauf des Fichten-Schadholzes war zuvor noch die Fläche mit dem gehäckselten Kronenholz zu mulchen und der Boden bis auf die Mineralschicht aufzupflügen, damit die neuen Bäumchen überhaupt die Chance haben anzuwachsen. Außerdem musste die gesamte Fläche mit einem Wildschutzzaun vor Verbiss durch Rehe geschützt werden.

Umfangreiche Eigenleistung hätte nicht gereicht.

Den Zaun zogen die Wedesbütteler selbst, sie pflügten in Eigenleistung und auch alle Buchen sowie fast 900 Eichen pflanzten sie mit Familienunterstützung reihenweise. Heumann-Gaus: „Von den Bäumen werde ich nichts mehr haben.“ Doch all das Engagement hätte nicht ausgereicht ohne Hilfe der Rotarier. Die rund 70 Mitglieder gaben zu den Gesamtkosten von 14.000 Euro 10.000 Euro aus ihrer Weihnachtsspende dazu.

Past-President Lothar Stempin erläuterte, dass man einen neuen Ansatz zur Stärkung des Gemeinwesens gesucht habe. Nach zahlreichen sozialen Initiativen habe er ein Projekt angeregt, um nachhaltig etwas für die Umwelt zu tun. Da fügte es sich bestens, dass mit Andreas Baderschneider der für Wedesbüttel zuständige Landesförster Mitglied der Braunschweiger Rotarier ist. Nach einer eindrucksvollen Waldführung, bei der der Experte den vielerorts bedrohlich schlechten Waldzustand schilderte, fiel nicht nur die Spende so hoch aus wie schon lange nicht mehr. Die Rotarier hätten nach dem englischen Klubmotto „hands on“ auch beim Pflanzen zupacken wollen, doch auch hier kam beim Pflanztermin im Frühjahr Corona in die Quere. Es sprang eine Firma ein.

Die Rotarier wollen auch noch ganz praktisch helfen. Beim Jäten.

Lothar Stempin ist aber entschlossen, seine Männer noch zum Jäten auf die Pflanzfläche zu holen. Spätestens wenn die Brombeeren wuchern, brauchen die jungen Bäume Unterstützung. Für den Moment war selbst Förster Baderschneider überrascht von den vielen gesunden Schösslingen. Normalerweise sei die Verlustrate von Beginn an höher. Deswegen würden auch so viele Pflanzen so dicht gesetzt.

Zudem bleibe auch der Klimawald ein Wirtschaftswald. Die Bäume sollen relativ eng stehen, damit sie gerade schlanke Stämme ausbilden und weniger ausgreifende Kronen. Nur so lasse sich das wertvolle Holz eines Tages vermarkten. Von den nächsten Generationen.

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