Wasserwerk Gifhorn erzielt 2019 halbe Million Gewinn

Gifhorn.  Den Wasserpreis für die städtischen Kunden will die Stadt als Eigentümer aber nicht senken. Kreisweit ist Frischwasser günstiger.

Mit ihrem Wasserwerk hat die Stadt Gifhorn 2019 ordentlich verdient.

Mit ihrem Wasserwerk hat die Stadt Gifhorn 2019 ordentlich verdient.

Foto: Christian Franz

Das stadteigene Wasserwerk hat 2019 mehr als 480.000 Euro Gewinn erwirtschaftet. Die Landeskartellbehörde hatte jüngst veröffentlicht, dass ein durchschnittlicher Zwei-Personen-Haushalt in der Stadt 144,94 Euro pro Jahr für Frischwasser bezahlt, während Kunden des Wasserverbands Gifhorn im Kreisgebiet nur mit 125,60 Euro belastet werden. Der Verband arbeitet satzungsgemäß kostendeckend ohne Gewinnerzielung.

Die Stadt hatte erst im vergangenen Jahr Anteile des Wasserwerks Gifhorn vom Regionalversorger LSW zurückgekauft und verfolgt auch mit den Stadtwerken die Strategie der Rekommunalisierung von Versorgungsleistungen wie Strom und Gas mit dem selbst gesteckten Ziel, eine kostengünstige Versorgung der Bevölkerung zu ermöglichen. Anders als bei Strom und Gas haben Bürger beim Frischwasser keine Möglichkeit, den Anbieter zu wechseln.

Die Stadt will über Höhe und Verwendung der Gewinne selbst entscheiden.

Von dem 2019er Gewinn schüttet das Wasserwerk per Gesellschafterbeschluss 200.000 Euro aus, der verbleibende Betrag wird auf das neue Geschäftsjahr übertragen. Die Frage nach einer Senkung des Wasserpreises beantwortet Gifhorns Erste Stadträtin Kerstin Meyer so: „An der Wasserwerk Gifhorn GmbH hält die (stadteigene) Parkraum und Schwimmbad Gesellschaft 49 Prozent der Anteile, die Stadt 51 Prozent der Anteile. Im Unterschied zum gebührenfinanzierten Eigenbetrieb ASG für die Abwasserreinigung befindet sich das Wasserwerk als GmbH in einer anderen Unternehmensform und darf grundsätzlich auch Gewinne erwirtschaften. Ob sie das tut, in welcher Höhe dies geschieht und wie die Gewinne anschließend verwendet werden, entscheiden wie bei jeder GmbH die Gesellschafter.“

Gewinne zu erwirtschaften, sei per se nichts Schlechtes, so Meyer. Die eigentliche Frage sei, in welcher Höhe Gewinne erwirtschaftet würden und für was diese verwendet würden. Meyer: „Im Gegensatz zu einem privatwirtschaftlichen Energiekonzern, der seinen Aktionären verpflichtet ist, hat die Stadt den Gestaltungsfreiraum, die Balance zwischen der Höhe des Gewinns und einem günstigen Trinkwasserpreis zum Vorteil Bürger auszutarieren. Gewinne, die darüber hinaus erzielt werden, können in Erweiterungs- und Modernisierungsmaßnahmen des Trinkwassernetzes fließen oder kommen als Gewinnausschüttung dem städtischen Haushalt zu Gute. In beiden Fällen profitiert die Gemeinschaft.“

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