Gifhorns Linke mahnt das Verbot von Atomwaffen an

Gifhorn.  Der Kreisverband gedenkt mit dem Abgeordneten Victor Perli der 75. Jahrestage der Bombenabwürfe über Japan.

Der Bundestagsabgeordnete Victor Perli (vorn rechts) begleitete am Sonnabend die Mahnwache des Linken-Kreisverbandes anlässlich des 75. Jahrestages des Atombombenabwurfes auf Hiroshima.

Der Bundestagsabgeordnete Victor Perli (vorn rechts) begleitete am Sonnabend die Mahnwache des Linken-Kreisverbandes anlässlich des 75. Jahrestages des Atombombenabwurfes auf Hiroshima.

Foto: Christian Franz

Der Kreisverband der Partei Die Linke hat mit einer Mahnwache in Gifhorns Fußgängerzone der 75. Jahrestage der Atombombenabwürfe auf Hiroshima (6. August 1945) und Nagasaki (9. August 1945) gedacht. Die Mitglieder um den Vorsitzenden Andreas Mantzke hatten sich für ihren Infostand mit Ansprache prominente Verstärkung geholt. Der Wolfenbütteler Bundestagsabgeordnete Victor Perli, Mitglied im Haushaltsausschuss, unterstützte die Forderungen nach einem Verbot aller Atomwaffen und nach Abrüstung.

Mantzke erinnerte an die verheerende Zerstörungskraft von Atomwaffen: „Daran hat sich bis heute nichts geändert.“ Die These der Abschreckung sei brüchig: „Sowie ein Atomarsenal existiert, droht auch dessen Einsatz.“ „Frieden gibt es nur, wenn wir Nuklearwaffen konsequent abschaffen.“ Umso dramatischer sei, dass weltweit nach wie vor eine „schrittweise Aufrüstung“ zu beobachten sei statt der überfälligen Abrüstung. Beispiel dafür sei, dass Deutschland nach wie vor das Ziel verfolge, zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes dem Rüstungsetat zu widmen.

Linke: Missverhältnis zwischen Aufwand für Rüstung und Gesundheit.

Haushaltsexperte Perli erläuterte die Bedeutung: Fließe bereits jetzt jeder siebte Euro des Bundeshaushalts in Rüstung, müsste der Wehretat für das Zwei-Prozent-Ziel von 45 Milliarden Euro (2019) auf 85 Milliarden Euro anschwellen. Zugleich investiere der Bundeshaushalt nur 15,4 Milliarden Euro in Gesundheitsprojekte.

Perli begrüßte es, dass der Kreisverband mit der Mahnwache nach langem Corona-Stillstand wieder öffentlich am politischen Leben teilnehme. Passanten konnten sich an Infoständen mit den Argumenten der Linken vertraut machen. Um spontane Gespräche nicht an Kontaktverboten scheitern zu lassen, hatten die Linken einen Vorrat an Schutzmasken zum Verschenken dabei. Wenn es schon um Sicherheit durch Abrüstung geht, galt in der Pandemie erst recht: Sicher ist sicher.

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