Gifhorner Frauenhaus: Caritas stellt Neubau-Pläne vor

Gifhorn.  Die Zustände im derzeitigen Frauenhaus in Gifhorn sind unzureichend und schlecht – Die Caritas stellt ein Konzept für einen Neubau vor.

Michael Gruber, hauptamtlicher Vorstand des Caritas-Kreisverbands Gifhorn, stellte im Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Integration erste Entwürfe für ein neues Frauenhaus in Gifhorn vor. 

Michael Gruber, hauptamtlicher Vorstand des Caritas-Kreisverbands Gifhorn, stellte im Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Integration erste Entwürfe für ein neues Frauenhaus in Gifhorn vor. 

Foto: Privat

Die Zimmer sind klein, die Einrichtung schlicht, Toilette und Bad müssen sich Frauen und Kinder teilen – die Wohnverhältnisse im Gifhorner Frauenhaus sind unzureichend. Das machte Michael Gruber, hauptamtlicher Vorstand des Caritas-Kreisverbands, im Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Integration des Gifhorner Kreistags, deutlich. Seit Wochen sei das Frauenhaus, das Platz für acht Frauen und sechs Kinder bietet, voll belegt.

Caritas stellt Neukonzeption für Gifhorner Zufluchtshaus vor

Mehr als ein Jahr arbeiten Landkreis und Caritas bereits an einer Lösung, „damit wir endlich ein Zufluchtshaus bekommen, das die Bezeichnung verdient“, so Kreisrat Rolf Amelsberg. Wie das aussehen könnte, schilderte der Caritas-Vorstand. Gruber stellte dem Ausschuss „Visionen und Wünsche“ für ein Gifhorner Schutzhaus vor. Das vorgelegte Konzept sieht einen Neubau vor. Ein geeignetes Grundstück sei vorhanden, erläuterte er auf Nachfrage. Als Investor ist die Egon-Gmyrek-Stiftung im Gespräch, der Landkreis wäre dann langfristiger Mieter.

Einen ersten Entwurf für das neue Zufluchtshaus gibt es bereits. Es soll Platz bieten für 12 Frauen und 18 Kinder beziehungsweise Jugendliche. Die Planungen sehen auch eine Prostituierten-Schutzwohnung vor sowie eine Wohnung für Männer, die häuslicher Gewalt ausgesetzt oder davon bedroht sind. Zur Verfügung sollen vier Singleappartements sowie vier kleine Appartements für Frauen mit einem Kind stehen. Dazu kommen vier größere Wohnungen für Frauen mit mehreren Kindern. Die Größe reicht von 27 Quadratmetern für die Singleappartements bis 53 Quadratmeter für die Wohnungen – weit größer als die kaum zumutbaren 12 Quadratmeter großen Zimmer im jetzigen Frauenhaus.

Zum Konzept gehört auch eine ausreichende personelle Ausstattung. Sozialarbeiterinnen sollen die schutzsuchenden Frauen beraten, Erzieherinnen sollen den Kindern und Jugendlichen helfen, mit der Belastung klar zu kommen, Hauswirtschafterinnen sollen im Alltag hilfreich zur Seite stehen. Die Wohnungen sollen barrierefrei sein. Gruppen- und Spielräume sind ebenfalls geplant. Eine genaue Kostenberechnung folgt, wenn der Bauantrag vorbereitet wird. Der Ausschuss nahm die Neukonzeption wohlwollend zur Kenntnis, von verschiedenen Seiten wurde auf die Notwendigkeit hingewiesen. „Es muss ganz schnell etwas passieren“, sagte Nicole Wockenfuß, Bündnis 90/Die Grünen.

Hebammenzentrale soll mehr Geld und Personal erhalten

Mehrheitlich empfohlen hat der Ausschuss den rund 100 Millionen Euro umfassenden Sozialetat, der größte Teilhaushalt des Landkreises. Fachbereichsleiter Olaf Heimburg verwies auf eine Reihe von Unwägbarkeiten, von Gesetzesänderungen bis hin zu den Folgen der Corona-Pandemie. Einstimmig mit einer Enthaltung empfahl der Ausschuss einen Antrag der SPD beziehungsweise Mehrheitsgruppe, um die Hebammenzentrale zusätzlich mit 8000 Euro für den Ausbau des Kursangebotes und einer zusätzlichen Stelle zu unterstützen – allerdings erst, nachdem Kreisrat Rolf Amelsberg Formulierungshilfe gegeben hatte.

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