„Königskamp“ soll Senioren in Isenbüttel ein Zuhause geben

Gifhorn.  Der Investor Jan König und das Architektenbüro Kuhn-Pramann stellen ihren Plan der Gemeinde vor.

Tanja Caesar (von links), Adele Heisecke, Lillianne Kuhn und Jan König.

Tanja Caesar (von links), Adele Heisecke, Lillianne Kuhn und Jan König.

Foto: Reiner Silberstein

Isenbüttel hat eine hervorragende Infrastruktur. Nur in einem Bereich hapert es gewaltig: Es gibt kein Angebot für pflegebedürftige Senioren. Das kann sich in nicht allzu ferner Zukunft ändern: Investor Jan König aus Uelzen und die Architektinnen Lillianne Kuhn und Adele Heisecke von Kuhn-Pramann-Architekten in Braunschweig wollen dem Gemeinderat ihr Projekt vorstellen: ein Multigenerationen-Wohnkomplex auf einer Fläche von 27.000 Quadratmetern nördlich des Allerkamps.

„Wir haben ein erstes Konzept“, sagt Heisecke in einem Gespräch mit der Rundschau und Bürgermeisterin Tanja Caesar und zeigt ein Miniaturmodell von der Idee. Nur drei Dinge fehlten noch für die Verwirklichung: die Zustimmung des Rates, ein Bebauungsplanverfahren (der Flächennutzungsplan liegt schon vor) sowie ein Betreiber. Ein möglicher Name steht aber schon im Raum: „Königskamp“. Denn das Grundstück zwischen Wohnbebauung im Westen und Mehrgenerationen-Projekt „GeNiAl“ sowie Jugendplatz im Osten, gehört der Familie des Investors – genauso wie das gleichnamige Sattelgut in der Ringstraße, das älteste Haus des Dorfes.

Pflegeheim bietet Platz für 90 Bewohner

Und das ist der Plan: Im doppel-L-förmigen Hauptgebäude, dem Pflegeheim, gebe es Platz für etwa 90 rund 20 Quadratmeter große Einzelzimmer mit eigenen Bädern. „Das hängt aber auch noch vom Betreiberkonzept ab“, so Heisecke. Eingeplant sei dort ein „speziell behüteter Bereich“ für dementiell Erkrankte, eine Wäscherei, eine Küche sowie eine öffentliche Cafeteria.

Das zweite Gebäude sei dem „Service-Wohnen“ gewidmet, einem betreuten Wohnen, bei dem zusätzliche unterstützende Leistungen hinzu gebucht werden können. Kuhn: „Das wäre ganz nach Bedarf für die körperliche Pflege, aber auch zum Beispiel das tägliche Mittagessen aus der Küche der Anlage. Es gibt jedoch keine Verpflichtungen.“ Diese seniorengerechten Mietwohnungen würden größtenteils mit zwei Zimmern auf etwa 55 Quadratmetern angelegt. Auch hier gibt es Gemeinschaftsräume.

Mehrfamilienhaus mit größeren Wohnungen geplant

Das dritte Gebäude beherbergt ein Mehrfamilienhaus mit derzeit elf geplanten, größeren Wohnungen von 70 bis 150 Quadratmetern plus Balkon. In einem weiteren Bereich des Komplexes sollen zwölf Doppelhäuser mit Terrassen, Carports und kleinen Gärten entstehen, ebenfalls zur Miete und barrierefrei. Das sei wie die Abfolge des Wohnens zu betrachten, so Kuhn – wobei manche beim Doppelhaus einsteigen möchten, andere bei einer Wohnung, wiederum andere wählen gleich ein Zimmer im Heimbereich.

Als Ergänzung zu diesem Seniorenzentrum könnten im Norden noch bis zu elf Grundstücke zum Kauf angeboten werden, auf denen die Baudamen oder -herren frei planen könnten – somit werde das ganze Gebiet vollends zu einem Mehrgenerationenprojekt. „Das ist der Trend“, ist Heisecke überzeugt, „gemischte Konzepte sind immer besser als reine Pflegeheime.“ Und so ergänze der Königskamp auch das benachbarte Projekt „GeNiAl“ mit seinen Wohngemeinschaften und einem ambulanten Dienst hervorragend, meinen die beiden Architektinnen.

Bürgermeisterin sieht den Entwurf positiv

„Das Konzept hat mich gleich überzeugt, ich habe richtig Feuer gefangen“, sagt Jan König, „wenn man investiert, dann muss das Hand und Fuß haben.“ Schließlich gehe es hier um einen höheren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag. Auch Bürgermeisterin Caesar sieht den Entwurf positiv: „Wir müssen umdenken und dürfen nicht immer nur etwas für junge Familien entwickeln, sondern vor allem auch für Senioren. Ich finde das Projekt toll, so können wir Alternativen schaffen.“ Nun müsse nur noch die Politik überzeugt werden, die ersten Reaktionen seien aber zustimmend gewesen.

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