Güterzugunglück bei Gifhorn

Zugunfall bei Leiferde: Strecke soll früher freigegeben werden

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Leiferde.  Die Bergungsarbeiten auf der Bahnstrecke Hannover-Berlin, wo am 17. November zwei Güterzüge kollidiert sind, sind einen großen Schritt weiter.

Nach der Kollision zweier Güterzüge im Landkreis Gifhorn will die Deutsche Bahn die gesperrte Strecke zwischen Hannover und Berlin früher als geplant wieder für den Zugverkehr freigeben. Demnach sollen die Züge bereits ab dem 11. Dezember wieder rollen, teilte die Bahn der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag mit. Bislang hatte das Unternehmen geplant, die betroffene Strecke am 16. Dezember wieder freizugeben. „Das hohe Engagement aller Mitarbeitenden und die Unterstützung des Technischen Hilfswerks und der Feuerwehr haben dafür gesorgt, dass die komplizierten Bergungsarbeiten schneller als geplant abgeschlossen werden konnten“, hieß es.

Bis zur Freigabe werden Züge noch umgeleitet. Für Fahrgäste im Fernverkehr, die bis zum 16. Dezember eine geplante Reise aufgrund der Zugkollision verschieben möchten, gilt laut Bahn bis einschließlich 23. Dezember eine Sonderkulanz.

Am Freitag rollt ein bis zu 105 Meter langer Stahlkoloss an

Die Schwerlastkräne hievten am Donnerstag die zerstörte Zugmaschine vom Seitenraum neben den Gleisen, wo sie zwischengeparkt war, auf einen Abschleppwagen. Beim ersten Umheben waren am Montag rund 2000 Liter Hydrauliköl ausgelaufen. Das kontaminierte Erdreich muss von der Bahn noch ausgekoffert werden. Alle Kessel- und Containerwaggons sind bereits von der Strecke beseitigt und abtransportiert worden.

Für Freitag plant die Deutsche Bahn die nächste große Aktion: Eine sogenannte Gleis-Stopfmaschine rollt dann zur ehemaligen Unfallstelle. Das ist ein bis zu 105 Meter langer Stahlkoloss, der unter sich die Gleise anhebt und das darunter befindliche Schotterbett korrigiert und verdichtet. Diese Maschinen sind auch in der Lage, die Gleise zu richten.

Unfallstelle bei Leiferde: Feuerwehr beendet Gas-Einsatz nach über einer Woche

Am Samstagvormittag hatte die Feuerwehr die Unfallstelle für die weiteren Arbeiten der Bahn freigegeben – nach über einer Woche erschwerter Arbeit. Am Freitag schließlich hatten die Einsatzkräfte Entwarnung gegeben: Alles Gas aus den vier umgekippten und beschädigten Gaskesselwagen waren abgepumpt oder abgefackelt, alle Kessel mit Stickstoff befüllt. Kurz: die Gefahr gebannt.

Auf der Strecke waren in der Nähe von Leiferde (Kreis Gifhorn) am Donnerstag zwei Güterzüge zusammengestoßen. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius besuchte die Unfallstelle am Donnerstag, um sich ein Bild von der aktuellen Lage zu machen.

Großes Lob vom Innenminister an die Einsatzkräfte im Kreis Gifhorn

„Das ist eine Situation, die wir noch nicht so oft hatten. Die Situation, dass Propangas in solchen Mengen ausströmt und und befüllte Güterwaggons darum herum liegen – das ist eine hochexplosive Angelegenheit und da hat die Feuerwehr hier vor Ort, die Samtgemeindefeuerwehr mit Unterstützung der Werkfeuerwehr aus Dormagen, Marl und Ludwigshafen wirklich ganze Arbeit geleistet. Dadurch konnte Schlimmeres verhindert werden“, sprach Pistorius vor versammelter Mannschaft.

Gesamteinsatzleiter und Samtgemeindebrandmeister Sven Mayer informierte ihn im Stabsraum zuvor über die aktuelle Lage an der Einsatzstelle. Pistorius sprach außerdem sein Lob gegenüber den Einsatzkräften aus: „Als Minister bin ich ja auch für kleinere und größere Katastrophen zuständig. Und um der Feuerwehr zu danken und den Einsatzkräften, weil das wirklich richtig große Leistung ist, das kann man gar nicht laut genug sagen.“

Die Zusammenarbeit der Einsatzkräfte vor Ort lief auch laut Carsten Schaffhauser, Sprecher der Kreisfeuerwehr, „vorbildlich“. Nicht nur sei die Samtgemeindenfeuerwehr und die Unterstützung der Werkfeuerwehr unmittelbar zur Stelle gewesen, auch THW, DRK und die DB hätten tolle Arbeit geleistet: „Alles wurde sofort geliefert, seien es die Mineralgemische für die Wege zur Unfallstelle oder die Fackeln für die Verbrennung des Propangases. Die Versorgung der Einsatzkräfte vor Ort war auch von Anfang an sichergestellt.“

Güterzugunfall: Bundespolizei gibt Unfallursache bekannt

Als Ursache des Unglücks, bei dem ein Lokführer leicht verletzt wurde, nannte die Bundespolizei nach ersten Erkenntnissen kein technisches Versagen des auffahrenden Zuges oder der technischen Sicherungseinrichtung der Bahnstrecke. „Die Bahnunfallermittler stellten fest, dass der betroffene Streckenabschnitt durch eine Mitarbeiterin der DB AG fälschlicherweise freigeben wurde, obwohl dort noch ein Güterzug hielt.

Die Mitarbeiterin ließ den darauffolgenden Güterzug mit 25 Kesselwagen in diesem Abschnitt mit 40 Stundenkilometer fahren, der dann auf den stehenden Zug auffuhr. Gegen die Mitarbeiterin der DB AG wird nun wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr und fahrlässiger Körperverletzung ermittelt“, teilte Kevin Müller mit, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Hannover.

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