Fluglärm auf der Roten Wiese?

Helmstedt  Der Luftsportverband Helmstedt darf seit zwei Jahren kleine Ultraleicht-Flugzeuge starten und landen lassen.

Ein Nutzer unseres Internetportals Alarm38 wundert sich über die seiner Meinung nach zu hohe Anzahl an Starts und Landungen von Motorflugzeugen auf dem Helmstedter Segelflugplatz. Wir haben nachgefragt, welche Fluggeräte den Segelflugplatz nutzen dürfen.

Etwas überspitzt fragt unser Leser, ob in Helmstedt nun ein Regionalflughafen betrieben werde: „Auf dem Segelflugplatz landen und starten seit etwa zwei Jahren Motorflugzeuge – manchmal im Abstand von nur zehn Minuten,“ schreibt der anonyme Alarm38-User. Weiter führt er aus, dass nun im Westen Helmstedts, über Wohnhäusern und Gärten hinweg, der von den Motorflugzeugen verursachte Lärm als deutliche Ruhestörung wahrgenommen werde.

Bezüglich der rechtlichen Bedingungen, denen der Helmstedter Flugplatz am Pastorenweg unterliegt, haben wir bei der zuständigen Behörde, der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV), nachgefragt.

„Für das Helmstedter Segelfluggelände sind aktuell folgende Arten von Luftfahrzeugen zugelassen: Segelflugzeuge, Motorsegler, Flugzeuge zum Schleppen von Segelflugzeugen/Motorseglern und Luftsportgeräte“, schreibt uns Gesa Temminghoff aus der Pressestelle der Behörde.

In die Rubrik Luftsportgeräte werden so genannte Ultraleicht-Flugzeuge eingeordnet. Und genau diese starten und landen auch in Helmstedt. „Wir haben eine Ultraleicht-Vereinsmaschine. Zudem gibt es auch Maschinen in Privatbesitz von Vereinsmitgliedern“, erklärt Matthias Bohn, Vorstandsmitglied des Luftsportverbandes (LSV) Helmstedt, der den Segelflugplatz nutzt.

Luftsportgeräte, also auch Ultraleicht-Flugzeuge, dürfen allerdings erst seit Anfang April 2016 den Helmstedter Flugplatz nutzen. Diese Auskunft der NLStBV passt zu den Beobachtungen unseres Lesers. „Bis zu der allgemeinen Freigabe mussten wir immer Einzelgenehmigungen für den Ultraleicht-Flugbetrieb einholen. Vor gut zwei Jahren hat dann die Landesbehörde bei uns angefragt, ob wir nicht eine Ultraleicht-Dauergenehmigung beantragen wollen“, berichtet Matthias Bohn. Und mit Wirkung zum 5. April 2016 erreichte den LSV Helmstedt der entsprechende Änderungsbescheid zur luftrechtlichen Genehmigung für das Segelfluggelände am Pastorenweg.

Gemäß dieses Bescheids dürfen Ultraleicht-Flugzeuge nach Sichtflugregeln ohne zeitliche Einschränkungen, ohne Begrenzung der Anzahl an Starts oder Landungen und ohne Vorgaben, in welche Himmelsrichtung die Starts und Landungen zu erfolgen haben, den Segelflugplatz nutzen.

Nach Auskunft der NLStBV ging der Aufnahme von Ultraleicht-Flugzeugen in die Platzzulassung ein Änderungsverfahren gemäß Luftverkehrsgesetz voraus. „Im Rahmen dieses Verfahrens wurden keine Einwendungen erhoben oder negative Stellungnahmen vorgebracht“, schreibt uns die NLStBV.

Nach Auskunft von LSV-Vorstandsmitglied Bohn stehe der Verein im regelmäßigen Austausch mit seinen direkten Nachbarn sowie anderen vom Flugbetrieb betroffenen Anwohnern und versuche stets, Konsenslösungen zu finden. „Sollte sich jemand vom Lärm der Ultraleicht-Flugzeuge gestört fühlen, möge derjenige bitte zu uns Kontakt aufnehmen, damit wir an der konkreten Situation das Problem besprechen können“, teilt Bohn mit.

Generell sei der LSV nach Aussage von Bohn stets bemüht, keine Angriffsfläche zu bieten. „Ein gedeihliches Miteinander hat für uns oberste Priorität. Und das Ultraleicht-Flugzeuge auch mal über die Wohnbebauung an- oder abfliegen, ist dann jeweils den Windverhältnissen geschuldet und kein böser Wille“, stellt Matthias Bohn heraus.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder