Von Zuversicht und Heilsgewissheit

Helmstedt  Der Figuralchor und das Kammerorchester der Helmstedter Bachkantorei gaben am Samstag ein Pfingstkonzert.

Fast klingt sie wie das programmatische Motto des Konzerts in St. Stephani: Die Eingangszeile aus dem Bach-Choral „Von Gott kömmt mir ein Freudenschein“.

Von solch fröhlicher Zuversicht und christlicher Heilsgewissheit war das gemeinsame Musizieren des Figuralchors und Kammerorchesters der Helmstedter Bachkantorei unter Propsteikantor Mathias Michaely erfüllt.

Ein Glücksfall ist die Architektur der gotischen Stadtkirche aus dem 14. Jahrhundert, wunderbar farbig ausgemalt, ein idealer Ort für die barocke Gottesanrufung mit Instrument und Stimme. Dazu zählt die Schuke-Orgel, die Organistin Claudia Michaely mit der mächtigen Fantasie „Komm, heiliger Geist, Herre Gott“, BWV 651, zum Klingen brachte.

Im Mittelpunkt des Pfingstkonzerts standen zwei Vokalwerke mit Kammerorchester von Johann Sebastian Bach. Die Motette „Der Geist hilft unserer Schwachheit auf“ beeindruckt mit stimmlicher Präzision, ausbalanciertem Verhältnis zum begleitenden Kammerorchester und Intensität der gesungenen christlichen Gottesanrufung. Sehr plastisch, inbrünstig und drängend ist die polyphone Struktur beim Einsatz der Männerstimmen mit dem Hinzutritt von Sopran und Alt gestaltet.

Und der Choral „Du heilige Brunst, süßer Trost“ ist ein weiteres Beispiel für die in Töne gesetzte Glaubensfestigkeit des Komponisten, die hier unprätenziös, aber in beeindruckend überzeugender Weise nachvollzogen wird. In der Kantate „Erschallet, ihr Lieder“, BWV 172, treten zu den Streichern und Holzbläsern Trompeten und Pauken und verleihen dem Werk machtvoll repräsentativen Charakter. Die Bachkantorei nimmt den festlichen Ton auf, wiederholt eindrucksvoll die Fanfarenmotive als auch die Streicherfiguren und rundet so die vokale und instrumentale Geschlossenheit der Ensembles. Zuverlässig agieren die Solisten, der kurzfristig eingesprungene Tenor Danilo Tepša und Bass Stefan Runge. Hier hätte die Festlichkeit des Werkes neben Stimmschönheit etwas mehr Emphase erfordert. Beatrice Höbelmann, Sopran, und Carmen Winkler, Alt, gefallen mit einem innigen Duett voller Wärme und fast weltlich anmutender Liebesschwärmerei. Das Helmstedter Kammerorchester ist auch hier sensibler Begleiter, zeigt sich aber ebenso dem eingeschobenen Concerto grosso d-Moll von Georg Friedrich Händel mit sprühender Musizierlust gewachsen, nicht zuletzt wegen der virtuosen Orgelkunst der glänzend disponierten Claudia Michaely. Viel Beifall im gut gefüllten Kirchenschiff für eine engagierte Leistung aller Beteiligten.

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