Neumärker Straße seit 50 Jahren Fußgängerzone

Helmstedt  Die Stadt Helmstedt entschied sich 1967, den Verkehr aus dem Zentrum zu verbannen. Gefeiert wird das im April 2018.

Zu den Helmstedter Universitätstagen 2007 spazierte Bundespräsident Horst Köhler durch die Fußgängerzone in Richtung Juleum.

Zu den Helmstedter Universitätstagen 2007 spazierte Bundespräsident Horst Köhler durch die Fußgängerzone in Richtung Juleum.

Foto: Bauer

Am 17. November vor 50 Jahren, es war ebenfalls ein Freitag, ist Helmstedts Neumärker Straße als Fußgängerzone eröffnet worden. Seither ist sie nicht nur um so mehr das Herzstück der Helmstedter Einzelhandelslandschaft und Bühne für Anlässe wie Kulturnacht und Rosenmontagsumzug. Sie hat seit ihrer Umgestaltung 1967 auch viele besondere Momente erlebt, ob nach dem Fall der Mauer mit dem Andrang der Bürger aus der DDR oder bei Besuchen hochrangiger Gäste der Stadt, darunter Bundespräsident Horst Köhler im Jahre 2007.

Bis zu ihrer Umwidmung ist die Neumärker Straße, heute kaum mehr vorstellbar, die am stärksten genutzte Verkehrsachse der Stadt gewesen. Die Neumärker Straße war Bestandteil der Bundesstraße 1, Nachfolgerin der früheren Reichsstraße 1, die Köln mit Königsberg verband.

Die ersten Gehwegplatten der Fußgängerzone sind längst ausgetauscht worden, ob irgendwo ein Original aufbewahrt wird als Erinnerungsstück, ist uns nicht bekannt. Zuletzt wurde das Pflaster 2007 in viermonatiger Bauzeit erneuert, Sandsteinplatten wurden gegen Betonsteine mit Naturstein-Vorsatz ausgetauscht. Im August 2011 erhielt die Neumärker individuell gestaltete Sitzmöbel, als Ergebnis eines vom Land geförderten Kreativwettbewerbs. So bleibt sie stetem Wandel unterworfen, Helmstedts „Flaniermeile“.

Gefeiert wird das Jubiläum der städtebaulich so einschneidenden Entscheidung heute nicht. Das wird am 8. April 2018 nachgeholt, anlässlich eines verkaufsoffenen Sonntags. „Wir hätten es kapazitätsmäßig nicht geschafft, so kurz nach der Ausrichtung des Gänsemarktes ein zweites Großereignis zu organisieren“, begründet Petra Schadebrodt, Vorsitzende der Werbegemeinschaft Helmstedt aktuell/Stadtmarketing, die Terminverlegung in den Frühling. „Ein Arbeitskreis von Helmstedt aktuell wird im Januar mit der Planung der Jubiläumsfeierlichkeiten beginnen“, kündigt Schadebrodt an. In jedem Fall werde man nicht nur Rückschau betreiben, sondern auch in die Zukunft der Neumärker blicken.

„Mit der Einrichtung einer Fußgängerzone gehörte Helmstedt zu den Vorreitern in Deutschland“, ordnet Bürgermeister Wittich Schobert die Bedeutung dieses Schrittes ein. „Das innerstädtische Herz der Stadt ist dadurch geboren worden. Es entstand eine Innenstadt, in der nicht der Verkehr, sondern die Menschen Vorrang haben.“

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