Helmstedt steht am Messe-Scheideweg

Helmstedt.  Soll sich Helmstedt als Messestandort etablieren oder fehlen einfach Flächen, die dauerhaft dafür geeignet sind?

Heiko Klein aus Lehrte würde gerne regelmäßig Messen in Helmstedt veranstalten.

Heiko Klein aus Lehrte würde gerne regelmäßig Messen in Helmstedt veranstalten.

Foto: joerg joerns

Um diese Frage kreiste die jüngste Sitzung des städtischen Ausschusses für Wirtschaft und Stadtentwicklung. Eine Antwort auf die Frage wurde noch nicht gefunden.

Wenn der Ausschuss innerhalb des Stadtgebietes auf Reisen geht, dann besuchen dessen Mitglieder wichtige Unternehmen oder auch Behörden, um den Kontakt zu pflegen. Am Dienstagabend traf sich der Ausschuss im Wasserstraßen-Neubauamt an der Walbecker Straße. Nach einem Vortrag von Behördenleiter Harald Grote versprachen die Ausschussmitglieder, sich stets für einen Verbleib der Behörde in Helmstedt einsetzen zu wollen.

Ähnlich deutlich hätte sich das auch der Messeveranstalter Heiko Klein aus Lehrte bei Hannover gewünscht. Der Ausrichter der jüngsten Elm-Lappwald-Messe war zur Sitzung gekommen, um für sich und seine langfristigen Messe-Pläne mehr Sicherheit und Gewissheit zu erlangen. Mit seinem Unternehmen will er am Standort Neue Breite bei Emmerstedt einmal pro Jahr eine Messe ausrichten. Der Haken: Der Messeplatz ist Teil des Gewerbegebietes Neue Breite und dessen Flächen sind eigentlich für Betriebsansiedlungen vorgesehen.

Immerhin: Für das kommende Jahr hat der gebürtige Helmstedter Klein seinen Vertrag in der Tasche. Am 11. und 12. Mai soll in der Neuen Breite eine Gesundheitsmesse stattfinden, Motto „Aktiv und gesund“. Der einzige Wunsch, den Klein der Stadt gegenüber äußerte, war ein Stromanschluss, damit er die Energieversorgung nicht, wie bei der Elm-Lappwald-Messe im Frühjahr, mit Hilfe eines über 200 Meter langen Kabels gewährleisten muss.

Im Zuge der Diskussion über Helmstedts Messetauglichkeit kamen nur zwei Standorte ins Spiel: der Platz an der Masch und die Neue Breite. Die Masch sei für eine Messe der Größenordnung einer Elm-Lappwald-Messe ungeeignet, sagte Klein. „Eine Messe kostet 100 000 Euro aufwärts. Um wirtschaftlich arbeiten zu können, brauche ich an die 130 Aussteller“, erklärte er in einem Gespräch nach der Sitzung. Dafür sei an der Masch kein Platz. Und ein Ausweichen auf die benachbarten Sportplätze komme nicht in Betracht. Das könne man den Vereinen auch nicht zumuten, meinte Klein.

Ob sich Helmstedt im Städtedreieck Braunschweig, Wolfsburg und Magdeburg als kleiner Messestandort etablieren soll, wird nun Thema in den Fraktionen sein. An diesem Abend sei es der Verwaltung lediglich um eine erste Aussprache gegangen, meinte der Erste Stadtrat, Henning-Konrad Otto. Für Heiko Klein dennoch keine befriedigende Situation, denn selbst die Kosten für den Schotter, um die Fläche an der Neuen Breite nutzbar zu machen, habe er aus seiner Tasche bezahlt. Für die Messe im Mai habe er sich um Parkplätze auf einem Grundstück nebenan gekümmert, damit es von Anliegern keine Beschwerden mehr über abgestellte Besucherautos gebe. Sollten Teile der Neuen Breite für Messen reserviert werden, müsste laut Otto der Flächenutzungsplan geändert werden.

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