MuT verbindet Generationen im Alltag

Velpke/Danndorf.  In Velpke entsteht ein Kompetenzzentrum für neue Wohnformen im Alter. Es soll aber auch jüngeren Bewohnern Platz bieten.

Das Bild zeigt von links Christian Schmidt, Nancy Reinecke, Walter Ernst, Ingrid Harms, Christa Simolka, Edith Graumann sowie Petra Visser. Mit ihnen haben wir über moderne Formen des Wohnens im Alter gesprochen. Wito Johann von der KWG haben wir dazu am Telefon befragt.

Das Bild zeigt von links Christian Schmidt, Nancy Reinecke, Walter Ernst, Ingrid Harms, Christa Simolka, Edith Graumann sowie Petra Visser. Mit ihnen haben wir über moderne Formen des Wohnens im Alter gesprochen. Wito Johann von der KWG haben wir dazu am Telefon befragt.

Foto: Erik Beyen

Isolierte Einrichtungen für Senioren sind nicht mehr zeitgemäß. Das sagt Christian Schmidt vom DRK-Kreisverband Helmstedt. Mit ihm sowie mit Wito Johann von der Kreis-Wohnungsbaugesellschaft (KWG) und der DRK-Fachbereichsleiterin für Ambulante Pflege, Petra Visser, haben wir über neue Konzepte für das Wohnen und Leben im Alter gesprochen.

Ein Konzept wird gerade in Velpke umgesetzt. Bauherr ist die KWG Helmstedt. Es trägt den Namen „MuT“, Mehrgeneration und Tagespflege. Die Vorstufe dieser Wohnform wird in Velpke und Danndorf schon seit Jahren gelebt. „Ich habe mich vor sechs Jahren ganz bewusst für eine Wohnung in diesem Haus entschieden“, sagt Walter Ernst aus Danndorf. Er lebt im dortigen Seniorenwohnhaus „Am Drömling“, gebaut von der KWG.

Das DRK kümmert sich um Pflege sowie das tägliche Zusammenleben. Wann immer Ernst Hilfe benötigt, kann er sie anfordern. So sieht es das Prinzip des betreuten Wohnens vor. Doch der rüstige Pensionär nimmt die Dinge noch selber in die Hand.

Genauso halten es Ingrid Harms, Christa Simolka und Edith Graumann. Die drei Damen treffen sich regelmäßig im zentralen Gemeinschaftsraum des Hauses. „Wir haben einen kleinen Klub gebildet“, sagt Ingrid Harms und ergänzt: „Man muss offen sein und auf andere Menschen zugehen.“ Simolka und Graumann nicken zustimmend. Alle Drei hätten sich ganz bewusst für diese Form des Wohnens entschieden, bekunden sie.

Der zentrale Raum für Begegnungen ist auch die Seele des neuen Konzepts, das in Velpke gleich neben dem Paul-Wilhelm-Kraul-Haus, das ist das Seniorenzentrum in der Nordkreisgemeinde, entsteht. Eigentlich war die Fertigstellung für den Sommer 2020 vorgesehen, aber: „Wir überarbeiten gerade den Bauzeitenplan. Es kann sein, dass wir schon Ende des Jahres soweit sind“, berichtete Wito Johann in einem Telefonat.

In diesem Zuge erklärte der Geschäftsführer der KWG auch, was MuT für ihn bedeutet. „Wir wollen MuT als Marke verstehen und sie mit vier Tugenden füllen: gemeinsam, offen, tolerant, hilfsbereit“, so Johann. Ein 170 Quadratmeter großer Gemeinschaftsraum mitten im Komplex ist demnach die MuT-Zentrale, die von allen Bewohnern gleichermaßen genutzt werden darf – kostenfrei, versteht sich. Alle, das sind Bewohner, die das Angebot des betreuten Wohnens annehmen wollen, aber auch Paare und Familien mit Kindern.

Entsprechend sind die Wohnungen ausgelegt: Zwei-, Drei- und Vierzimmerwohnungen, teils als Maisonette angelegt, allesamt mit Terrasse, Loggia oder Balkon ausgestattet. Einige Wohnungen will die KWG verkaufen, was aber nicht zwingend ist. „Wir wollen nicht als Bauträger auftreten“, so Johann. Das Angebot wird etwa durch elektrisch zentral steuerbare Jalousien und Fahrstuhl abgerundet.

Der MuT-Raum ist von allen Wohnungen aus trockenen Fußes erreichbar. „Wir möchten, dass eine Kommunikation zwischen den Generationen entsteht. Wir möchten, dass die Menschen sich gegenseitig helfen, etwa, wenn Kinder mal betreut werden müssen“, schwärmt der KWG-Geschäftsführer.

Christian Schmidt nennt den Komplex, der in Velpke entsteht, ein Kompetenzzentrum: „Dort haben wir eine Tagespflege, betreutes Wohnen und die Pflege“, so Schmidt. Hinzu käme die Sozialstation unweit des Zentrums.

Für die Leiteren des Fachbereiches Ambulante Pflege, Petra Visser, ist MuT echte Quartiersarbeit: „Die Menschen vernetzen sich, sind eingebunden, werden gebraucht und engagieren sich ehrenamtlich.“ Christian Schmidt ist sicher, dass die Zukunft des Wohnens im Alter so aussehen wird. „Also, ich könnte mir sehr gut vorstellen, dort zu leben“, kommentiert Ingrid Harms.

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