Revier 4.0 heißt die Vision, die nun konkret werden muss

Helmstedt.  Das Helmstedter Revier will sich die Zukunft erschließen. Wirtschaftsminister Bernd Althusmann schaute sich am Freitag an, wie das gelingen kann.

Bürgermeister Wittich Schobert (stehend) bedankte sich bei der Abschlussrunde im Rathaus mit einem Präsent für den Besuch von Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (Mitte). 

Bürgermeister Wittich Schobert (stehend) bedankte sich bei der Abschlussrunde im Rathaus mit einem Präsent für den Besuch von Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (Mitte). 

Foto: Michael Strohmann

Der Optimismus stand allen Beteiligten am Freitag ins Gesicht geschrieben, als sich Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) nach einer mehrstündigen Bereisung des Helmstedter Reviers wieder in Richtung Hannover verabschiedete. In Begleitung aller Bürgermeister aus dem Kreisgebiet und im Beisein zahlreicher Vertreter von Forschungseinrichtungen verschaffte sich Althusmann einen Überblick in Sachen Strukturwandel und Zukunftsperspektiven für das alte Braunkohlerevier das immerhin 3000 Jobs eingebüßt habe. Sein Fazit nahmen die Gastgeber mit Landrat Gerhard Radeck (CDU) und Helmstedts Bürgermeister Wittich Schobert (CDU) an der Spitze dankbar auf. „Die Ärmel sind schon aufgekrempelt“, lobte Althusmann, „und jetzt muss es konkret werden.“

Konkret werden, das bedeutet zum Beispiel, die Höhe der Millionenförderung der Bundesregierung für die vom Kohleausstieg betroffenen Regionen in Deutschland gesetzlich festzuzurren und zu beziffern. Althusmann räumte ein, dass Niedersachsen in Berlin noch „strampeln“ müsse für Helmstedt, das mit Abstand kleinste der betroffenen Braunkohlereviere. Niedersachsen sei an den bisherigen Verhandlungen der Kohlekommission nur indirekt beteiligt gewesen. Die Zusage aus Berlin stehe immerhin, das Helmstedter Revier in das große Förderprogramm für den Strukturwandel aufzunehmen.

Konkret müssen nun aber auch die Projekte werden, mit deren Hilfe möglichst viele neue Jobs im Revier entstehen sollen – wobei Althusmann Braunschweig und Wolfsburg in seine Betrachtungen einbezog. „Wir haben heute einige Aufträge verteilt“, stellte der Minister zufrieden fest und meinte damit die Kooperationszusagen, die ihm Vertreter von Unternehmen, Gewerkschaft und Forschungseinrichtungen wie dem Fraunhofer-Institut mit auf den Heimweg gaben.

Wie und wo eine wirtschaftliche und verkehrsinfrastrukturelle Entwicklung stattfinden könnte, das schaute sich der Minister an der Weddeler Schleife, im geplanten Gewerbegebiet Barmke (A2) und auf dem Buschhaus-Gelände an.

In einer abschließenden Fragerunde für alle Bereisungsteilnehmer im Helmstedter Rathaus fielen noch einmal die wichtigsten Stichworte das Tages. Da war vom „Helmstedter Revier 4.0“ die Rede. Gemeint ist damit der massive Ausbau von Mobilfunk und digitaler Infrastruktur – als effektive Förderung für den Mittelstand, der das Rückgrat der regionalen Ökonomie darstellt. Doch auch Großunternehmen und Forschungsstätten ließen sich anlocken, wenn das Helmstedter Revier digital auf dem neuesten Stand sei, hieß es aus der Runde. Die Landwirtschaft würde davon ebenfalls profitieren. Weitere Stichworte waren Batterie-Recycling und E-Mobilität sowie Phosphorrückgewinnung aus der Klärschlammverbrennung.

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