Lehrerin: „Schülerprotest wird nachhaltige Wirkung zeigen“

Königslutter.  Auch Realschüler aus Königslutter haben für Klimaschutz gestreikt. Über das Thema wird intensiv im Unterricht diskutiert.

Auch Realschüler aus Königslutter beteiligten sich an einer Friday for Future-Aktion in Braunschweig.

Auch Realschüler aus Königslutter beteiligten sich an einer Friday for Future-Aktion in Braunschweig.

Foto: Privat

Soweit Carsten Bormann wisse, sei für den heutigen Freitag nichts geplant. Der Leiter der Haupt- und Realschule Königslutter beantwortete am Donnerstag unsere Nachfrage, ob sich Schüler erneut an der Streikaktion „Fridays for Future“ beteiligen würden.

Vergangene Woche waren etwa 25 Zehntklässler aus Königslutter nach Braunschweig gefahren, um sich den Schülerprotesten im Sinne des Klimaschutzes anzuschließen. Aus Sicht der Schule seien dies Fehltage, machte Bormann deutlich. Es sei denn, die Jugendlichen könnten Entschuldigungen ihrer Eltern vorweisen.

Grundsätzlich, betonte der Schulleiter weiter, finde er die Protestaktionen gut. Jedoch mit einer Einschränkung: „Es sollte nicht während der Schulzeit stattfinden. Ich kann nicht einschätzen, ob es tatsächlich nur um das Thema geht.“ Seiner Meinung nach wären die Proteste wirksamer, würden die Schüler in ihrer Freizeit auf die Straße gehen, da sie damit deutlicher zeigen würden, dass sie tatsächlich hinter dem Thema stehen.

Eine Meinung, der sich Lehrerin Michaela Römmeler nicht uneingeschränkt anschließen kann. Es war unter anderem der Großteil ihrer Klasse, der vergangenen Freitag im Unterricht gefehlt hat. „Ich denke, ich kann da mit den Schülern mitgehen“, lautete ihr Fazit.

Aus ihrer Sicht sei es Politikunterricht zum Anfassen. Im Erdkundeunterricht sei Umweltschutz ohnehin gerade Thema, jedoch sei es eben nur theoretisch.

Mit diesen Protesten, ausgelöst durch die 16-jährige Greta Thunberg, merkten die Schüler auf einmal, dass sie selbst etwas machen könnten. In den Diskussionen habe Römmeler gemerkt, wie die Jugendlichen kritischer würden. Sie befassten sich ganz anders mit Themen wie Klimawandel und Umweltschutz und welche Auswirkungen das auch konkret auf ihre Zukunft haben könnte. „Natürlich habe ich sie am Montag und am Dienstag gefragt, warum sie gefehlt haben. In den Gesprächen ist sehr deutlich geworden, dass bei ihnen viel passiert ist“, stand für die Lehrerin fest.

Sie geht davon aus, dass die Protest-Freitage nachhaltige Wirkung zeigen werden, auch weil sie unter anderem von Wissenschaftlern unterstützt werden.

Römmeler ist sicher, dass die Schüler nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen würden, würden sie in ihrer Freizeit auf die Straße gehen.

Und auch wenn ihre Klasse voraussichtlich heute nicht wieder auf die Straße geht, Thema werde der Klimawandel im Unterricht auf jeden Fall sein.

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