Helmstedter Bahnhofs-Bistro – ein gemütlicher Treffpunkt

Das neue Bahnhofs-Bistro in Helmstedt kommt offenbar gut an bei Reisenden. Sie wünschen sich es als bleibendes Angebot.

Das Bild zeigt die Familie Jost aus Helmstedt in der Ecke mit den Cocktail-Sesseln. Helmstedt brauche solche Angebote, sagen sie. 

Das Bild zeigt die Familie Jost aus Helmstedt in der Ecke mit den Cocktail-Sesseln. Helmstedt brauche solche Angebote, sagen sie. 

Foto: Erik Beyen

Helmstedt. „So eine charmante Ecke findet man auf anderen Bahnhöfen nicht.“ Das sagen Silke Szamost und Marco Steppe aus Karlsruhe. Die Beiden sind dienstlich in Helmstedt. Vor ihrer Rückreise machen sie Rast in Muttis Bahnhofs-Bistro. Seit dem 1. April läuft dessen Probebetrieb im Helmstedter Bahnhofsgebäude.

Wir haben uns eine Weile dort aufgehalten und mit Kunden wie Reisenden gesprochen. Bei ihnen kommt das neue Angebot offenbar gut an. Es sind Ferien. Das merkt auch Manuela Rabe. Sie leitet das Bistro. Zwischen 6 und 7 Uhr findet sie an diesem Tag trotz der Ferien kaum Zeit für ein paar Worte. „Die Kunden kommen in Schüben“, sagt sie. Wie zur Bestätigung betreten immer wieder Kunden das Bistro. Eben kommt eine Mitarbeiterin des Landkreises. Sie nimmt täglich den Zug von Braunschweig, versorgt sich und Kollegen im Bistro mit ein paar Sandwiches, um dann pünktlich im Büro zu sein.

Ähnlich macht es ein Herr, der täglich von Helmstedt nach Magdeburg pendelt: „Das Bistro war überfällig und muss unbedingt erhalten bleiben“, erklärt er, nimmt seinen Kaffee und geht auf den Bahnsteig. Wenige Minuten später rollt der Zug ein.

Am Tisch hinter uns nimmt ein Stammgast Platz. Er möchte namentlich nicht genannt, aber wie folgt zitiert werden: „Ich finde die Gestaltung dieses Raumes sehr freundlich und angenehm.“ Zudem sei das Personal unheimlich nett. Regelmäßig komme er, um in aller Ruhe einen Kaffee zu trinken. In diesem Stil geht es während der einen Stunde unseres Aufenthaltes am Morgen weiter. Morgens hat das Bistro von 6 bis 10 Uhr geöffnet.

Zeitsprung: Es ist Mittagszeit. Um Punkt 12 Uhr schließt Manuela Rabe die Türen wieder auf. Wir treffen Betreiberin Sonja Knieke. Vor der Trennwand zur Bahnhofshalle hat sie eine Kinder-Spielecke mit Teppich eingerichtet. Gemütliche Stühle stehen nun in der Bahnhofshalle. Der Dienstleister Schulze hat sie gebracht. Er entrümpelt Wohnungen. „Ich habe mit der Stadt besprochen, dass ich die Halle etwas gemütlich herrichte“, erzählt Sonja Knieke und entkräftet damit aufkommende Kritik an fehlenden Sitzgelegenheiten in der Halle.

Überhaupt: Das Bistro verändert sich: Eine Bücherecke mit Lektüre gegen Spende für den Verein Hospizarbeit Helmstedt, ein Zeitungsständer mit Presse aus ganz Deutschland, Kindertisch mit Stühlen, alte originale Zeitungsseiten an den Wänden – Wohlfühlen am Bahnhof.

In der Halle duftet es würzig. Es gibt verschiedene Suppen, später frisch bereiteten Kuchen. Das neue Angebot wird nicht nur von Reisenden genutzt. Auch viele Helmstedter kommen, etwa Familie Jost. „Helmstedt braucht solche Angebote“, sagt Cortney Jost, „vorher war das hier doch ein Trauerspiel.“ Ihr Mann Carsten ergänzt: „Das ist genau das Richtige hier.“ Um 17 Uhr schließt das Bistro. Erst dann ist Ruhe.

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