Schüler strafen bei der Juniorwahl SPD und CDU bundesweit ab

Schöningen.  Das Votum der Jugendlichen fällt eindeutig aus: 33,9 Prozent der Mädchen und Jungen wählten bei der Juniorwahl 2019 zur Europawahl die Grünen.

Auch rund 200 Schüler des 10. und 11. Jahrgang des Anna-Sophianeums hatten sich an der Juniorwahl 2019 zur Europawahl beteiligt.

Auch rund 200 Schüler des 10. und 11. Jahrgang des Anna-Sophianeums hatten sich an der Juniorwahl 2019 zur Europawahl beteiligt.

Foto: Markus Brich

Hätten Jugendliche die Europawahl 2019 entscheiden dürfen, wären die Verluste von SPD und CDU noch dramatischer ausgefallen und die Grünen hätten sich in Deutschland als stärkste Kraft etabliert. Mehr als eine halbe Million Schüler an bundesweit 2750 Schulen hatten sich in der Woche vor der Europawahl an der Juniorwahl 2019 beteiligt, darunter auch das Schöninger Gymnasium Anna-Sophianeum (wir berichteten) sowie weitere Schulen im Landkreis.

Das Votum der Jugendlichen fällt eindeutig aus: 33,9 Prozent der Mädchen und Jungen wählten die Grünen. Für die Sozialdemokraten entschieden sich gerade mal 12,2 Prozent, noch weniger für die CDU/CSU. Die Union landete mit 10,7 Prozent auf Platz drei. Mit deutlicherem Abstand folgten diesen die FDP (7,4 Prozent), die Satire-Partei „Die Partei“ (6,7 Prozent), die AfD (6,5 Prozent) und die Linke (5,4 Prozent). Das Juniorwahl-Ergebnis für Niedersachsen weicht dabei nur unwesentlich von den Bundeswerten ab. Hier konnte sich „Die Partei“ noch vor die FDP schieben.

Klimaschutz, ein friedliches Miteinander in Europa und soziale Gerechtigkeit – daran sollten Politiker nach Meinung der Schüler vor allem arbeiten. Das sind die Themen, die ihre Zukunft bestimmen werden. Im Gespräch mit unserer Zeitung hatten die Schöninger Gymnasiasten deutlich gemacht, dass Politikverdrossenheit auf ihre Generation nicht zutrifft. Sie erwarten als Experten in eigener Sache von Politikern weniger Diskussion, sondern mehr konkretes Handeln.

An der Europawahl durften die Minderjährigen in diesem Jahr nicht teilnehmen, es galt das Wahlrecht ab 18 Jahre. Doch die heute 16-Jährigen werden in absehbarer Zeit mit ihren Stimmen ins politische Geschehen eingreifen. Das Ergebnis der Juniorwahl verstehen die Schüler deshalb vor allem für die Christ- und Sozialdemokraten als Auftrag zur politischen Neuausrichtung.

Die Juniorwahl zählt zu den größten Schulprojekten in Deutschland und wird bundesweit seit 1999 zu Europawahlen, Bundestagswahlen und Landtagswahlen veranstaltet. In Niedersachsen beteiligten sich in diesem Jahr 75.000 an 316 Schulen an dem Projekt – das waren so viele wie nie zuvor.

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