„Buschhaus wäre ein geeigneter Standort für Batterierecycling“

Helmstedt.  Ein Wissenschaftler der TU Braunschweig referierte im Helmstedter Juleum über die Wiederverwendung von E-Autobatterien.

Mark Mennenga von der TU Braunschweig war zu Gast in Helmstedt.

Mark Mennenga von der TU Braunschweig war zu Gast in Helmstedt.

Foto: dirk fochler

Im Bemühen, den Strukturwandel nach dem Ende des Kohleabbaus positiv zu gestalten, wird das Helmstedter Revier immer wieder als Batterierecycling-Standort ins Gespräch gebracht. Hintergründiges zu diesem Thema sollte nun am Montag im Juleum Dr. Mark Mennenga von der Technischen Universität Braunschweig liefern.

In der Energiebilanz eines Elektroautos spielt die Batterie eine entscheidende Rolle. Insbesondere das Recycling des Energiespeichers ist von großer Bedeutung für die Ökobilanz von E-Autos.

„Das Gelingen von E-Mobilität hängt entscheidend vom Batterierecycling ab", erklärte eingangs Alexander Goebel, Leiter des Helmstedter Regionalmanagements (HRM), das den Strukturwandel gestalten soll und den Vortrag Mennengas im Juleum organisiert hatte.

Der Braunschweiger Wissenschaftler lieferte anschaulich und auch für den interessierten Laien verständlich aufbereitete Fakten und Informationen zu den komplexen Themenbereichen Batterieproduktion und -recycling – doch wenig Konkretes zu den Chancen, im Helmstedter Revier eine Recyclinganlage zu errichten.

Grundsätzlich wäre beispielsweise der Standort Buschhaus nach Meinung von Mennenga, der an der TU Braunschweig die Forschung zum Thema „nachhaltige Mobilität" koordiniert, für eine Recyclinganlage geeignet. „Insbesondere dann, wenn Volkswagen in Salzgitter Batterien produziert, wäre wegen des kurzen Weges zwischen Recycling und Produktion Buschhaus ein möglicher Standort", stellte Mennenga fest.

Bezüglich möglicher neuer Arbeitsplätze hielt sich Mennanga bedeckt: „Das Recycling selber läuft voll automatisiert. Personalbedarf gibt es aber beispielsweise in den Bereichen Wartung und Organisation.“

Aus dem überschaubaren Zuhörerkreis fragte Kreistagsmitglied Petra Wiesenborn (SPD), ob es denn angesichts der aktuell noch sehr niedrigen Zulassungsquote von E-Autos überhaupt schon einen Bedarf für eine Recyclinganlage gebe.

„Aktuell wohl eher nicht, aber in fünf bis zehn Jahren haben derartige Anlagen wirtschaftliche Tragkraft. Deshalb sollten und müssen jetzt entsprechende Entscheidungen für den Bau einer Anlage getroffen werden", stellte Mennenga in Helmstedt klar.

„Volkswagen hat sich zwar noch nicht konkret geäußert, weiß aber von unserem Ansiedlungswunsch, der auch vom niedersächsischen Wirtschaftsministerium unterstützt wird", informierte dann auch Helmstedts Landrat Gerhard Radeck über den aktuellen Sachstand.

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