Shoppen ohne Plastiktüte – „das wollen nicht alle Helmstedter“

Helmstedt.  Wegwerfartikel sollen verboten werden – um Plastikmüll zu vermeiden. Was sagen die Helmstedter zu diesem Vorschlag?

Viele Supermärkte haben die Plastiktüten für loses Obst und Gemüse bereits abgeschafft.

Viele Supermärkte haben die Plastiktüten für loses Obst und Gemüse bereits abgeschafft.

Foto: Marcel Kusch / dpa

Die EU-Abgeordneten haben im Mai eine Richtlinie beschlossen, den Plastikmüll in der Europäischen Union zu verringern. Nun sind die Mitgliedsstaaten in der Pflicht, bis Juni 2021 jene Richtlinie umzusetzen. Das Bundesumweltministerium bereitet daher nun unter anderem einen Gesetzesentwurf vor, der das Verbot von Plastiktüten und Coffee-To-Go-Bechern durchsetzen soll. Was hätte ein mögliches Verbot von Wegwerfartikeln wie Plastiktüten für Auswirkungen im Landkreis Helmstedt? Ist Plastikmüll hier ein Problem? Wir haben uns umgehört.

Eine Mitarbeiterin des Edeka-Centers Zeidler in Königslutter sagte im Gespräch mit dieser Zeitung, dass ein Verbot von Plastiktüten eine Umstellung für den Laden bedeuten würde. „Nicht jeder Kunde wäre damit einverstanden“, sagt sie. Doch der Handel habe im Zuge der freiwilligen Selbstverpflichtung schon selbst ein Angebot an umweltfreundlicheren Alternativen. So biete der Supermarkt in Königslutter Mehrweg-Netze und Papiertüten in der Obst- und Gemüseabteilung an. Die Mitarbeiter würden dort eine wachsende Akzeptanz in der Kundschaft beobachten, während an der Fleischtheke noch immer die Plastiktüte weitaus beliebter sei als ein von zuhause mitgebrachtes Behältnis.

Abfallentsorger Alba gibt an, dass der Großteil des Plastikmülls aus Landkreis Helmstedt nach Braunschweig-Watenbüttel gebracht werde, um dort sortiert zu werden. Der Rest käme in „gleichwertige Sortierungs- und Verwertungsanlagen“, die den gleichen Gesetzen und Auflagen entsprächen. Der sortierte Müll aus Watenbüttel werde zu 57 Prozent recycelet, der Rest müsse verbrannt werden – zum Beispiel in der hiesigen Müllverbrennungsanlage Buschhaus oder etwa in einem Müllheizkraftwerk in Magdeburg-Rothensee.

Kerstin König hat ein Gewerbe im Industriegebiet an der Otto-von-Guericke Straße in Helmstedt. „Die Innenstadt selbst ist nicht so dreckig. Die Dieselstraße im Gewerbegebiet ist aber beispielsweise voll mit Müll“, sagt sie. Sie fände ein Verbot von Plastiktüten grundsätzlich gut. Doch sie sehe vor allem ein Problem: Das Verhalten jedes Einzelnen. So bemerke sie viel Müll im Umkreis eines Fastfood-Restaurants.

Auf Nachfrage teilte die Stadt Helmstedt mit, dass eine Abgabe auf Wegwerfartikel für die Hersteller solcher Produkte begrüßenswert sei, „sofern die Abgabe der kommunalen Straßenreinigung auch wirklich zugute kommt“. Müll, beispielsweise durch Plastiktüten, falle nicht in besonderem Maße auf. Ein Problem sei in erste Linie eher falsch oder illegal entsorgter Müll auf öffentlichen Flächen.

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