Feiertagsstimmung im Tierheim Helmstedt? Eher nicht!

Helmstedt.  Feiertage hin oder her: Die sieben Pfleger im Tierheim Helmstedt haben wie gewohnt alle Hände voll zu tun, ihre vierbeinigen Gäste zu versorgen.

Die Minipig-Sauen Gerda, Inge und Jutta genießen die Extraportion Futter. Zusammen mit dem Eber Uwe suchen sie ein neues Zuhause.

Die Minipig-Sauen Gerda, Inge und Jutta genießen die Extraportion Futter. Zusammen mit dem Eber Uwe suchen sie ein neues Zuhause.

Foto: Jürgen Paxmann

Während wir Menschen an, vor und zwischen den Feiertagen wohl etwas aufgeregter sind als sonst, herrscht bei den Bewohnern des Helmstedter Tierheims gewohnte Routine. Fressen, Saufen, Dösen und Kuscheln mit den Artgenossen bestimmen ihren Alltag in den Zwingern. Freudige Erwartung kommt dann auf, wenn sich das Pflegerteam von Tierheim-Leiterin Bianca Wehnert den Tieren zuwendet. Für viele Vierbeiner ist es der Höhepunkt des Tages.

Die Einrichtung, betrieben vom Kreisverband des Tier- und Naturschutzvereins, hat in diesen Tagen weniger Besucher, weil sie die Öffnungszeiten bereits seit 16. Dezember ganz bewusst vor Weihnachten eingeschränkt hat. „Da vermitteln wir keines unserer Tiere“, sagt Wehnert.

Flauschige Wesen wie Kaninchen, Katzen oder Hundewelpen sollen nicht mit roter Schleife als Geschenk herhalten. Denn es würde ihnen kaum gerecht, wenn sie sich bei all dem Trubel bei einer neuen Familie einleben müssten. Gerade dafür benötigten sie viel Aufmerksamkeit und auch Ruhe, meint die Expertin.

Dabei ist der Platz begrenzt, auch beim Pensionsservice. Die wenigen Plätze, jeweils fünf für Hund und Katze, sind bereits vergeben. Da sollten sich Tierbesitzer besser rechtzeitig melden, ehe sie zum Jahreswechsel verreisen und deswegen für ihr Haustier eine bezahlte Unterkunft auf Zeit suchen, rät Wehnert.

Apropos Silvester: Der Feuerschein und Knallerkrach versetzt das eine oder andere Tier in helle Aufregung. Die Unruhe verbreitet sich schnell unter den 15 Hunden, 40 Katzen und zig Nagetieren wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Igeln. Der afrikanischen Weißbauch-Igel allerdings ist ein ruhiger Geselle. Er liegt zusammengerollt unter einer dicken Heu-Schicht, und wartet auf wärmere Temperaturen, die seine Lebensgeister wecken.

Ihrem eigenen Hund daheim verpasst die Tierpflegerin zur Beruhigung Bachblüten-Tropfen. Wehnert weiß: „Die gibt es in jeder Apotheke und kosten nicht viel. Allerdings sollte man damit ein paar Tage vorher anfangen, damit sie wirken.“

Rocky dagegen, ein Rüde im Tierheim, muss dagegen zum Jahreswechsel auf seinen Freilauf verzichten. „Er apportiert halt gern. Da müssten wir höllisch aufpassen, dass er keine auf dem Tierheim-Gelände niedergegangene Silvesterrakete mit ins Haus schleppt.“

Erst ab 2. Januar gelten am Pastorenweg in Helmstedt wieder die normalen Öffnungszeiten. Dann ist es auch wieder möglich, Tiere ohne Familienanschluss bei sich aufzunehmen. Wehnert fügt hinzu: „Wer sich kein eigenes Tier halten kann, aber gelegentlich eine Katze streicheln oder mit einem Hund Gassi gehen möchte; bei uns ist es möglich. Soziale Kontakte sind sehr wichtig, die Tiere können sich dadurch besser in ihr neues Zuhause eingliedern.“

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