Haftstrafe für Einbrecher in Helmstedt: ein Jahr, sechs Monate

Helmstedt.  Die Summe der erbeuteten Wertgegenstände und der verursachten Sachschäden beläuft sich auf 107.000 Euro.

Der Angeklagte soll in der Zeit von Mai bis Dezember 2016 in Abwesenheit der Hausbesitzer in vier Einfamilienhäuser im Landkreis Helmstedt eingebrochen sein.

Der Angeklagte soll in der Zeit von Mai bis Dezember 2016 in Abwesenheit der Hausbesitzer in vier Einfamilienhäuser im Landkreis Helmstedt eingebrochen sein.

Foto: Kai Remmers / picture alliance/dpa (Symbolfoto)

Zu einer Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten hat ein Schöffengericht am Amtsgericht Helmstedt einen 28-Jährigen am Dienstag wegen mehrfachen Diebstahls verurteilt. Außerdem trägt er die Kosten des Verfahrens. Damit fiel das Urteil höher aus als die von Staatsanwaltschaft und Verteidigung anvisierte Strafe von 16 Monaten auf Bewährung.

Der Angeklagte soll in der Zeit von Mai bis Dezember 2016 in Abwesenheit der Hausbesitzer in vier Einfamilienhäuser im Landkreis Helmstedt eingebrochen sein und dort Wertgegenstände in einem Gesamtwert von etwa 100.000 Euro erbeutet haben. Rechne man die bei den Einbrüchen vom Täter verursachten Sachschäden hinzu, belaufe sich die Schadenssumme insgesamt auf rund 107.000 Euro. Zwei der Taten, einen größeren Einbruch im Mai in Helmstedt und einen im September in Königslutter, räumte der Angeklagte ein. An die anderen zwei im Oktober und Dezember 2016, ebenfalls in Königslutter und Helmstedt, könne er sich aufgrund eines in der Vergangenheit liegenden Unfalls, der zu kurzfristigen Erinnerungslücken führen würde, nicht erinnern, erklärte er in der Verhandlung.

Die an den Tatorten sichergestellten DNA-Spuren hätten aus wissenschaftlicher Sicht jedoch keinen begründbaren Zweifel daran gelassen, dass die Spuren vom Angeklagten stammen würden, hieß es in einem verlesenen Gutachten. In der Verhandlung zeigte sich der 28-jährige Familienvater, der aufgrund einer finanziellen Notsituation 2016 nach Deutschland gekommen war, geständig und reumütig.

Als Motiv für die Einbrüche gab er seine wirtschaftliche Notsituation an. Er sei bemüht gewesen, Arbeit zu finden, dies sei jedoch ohne eine Arbeitserlaubnis nicht möglich gewesen, sagte er. Zeitweise habe er auf der Straße gelebt. Hinzu kämen gesundheitliche Probleme. Er wolle in seine Heimat (eine frühere Sowjetrepublik) zurückzukehren und mit seiner Frau und dem gemeinsamen Kind neu anfangen.

Trotz Einsicht und Geständnis habe nicht nur die hohe Schadenssumme und das „rücksichtslose“ Vorgehen bei den Einbrüchen, das nach Schilderung der Zeugen zu großen Beschädigungen an und in den Häusern geführt habe, gegen eine Bewährungsstrafe gesprochen.

Auch die Tatsache, dass der Angeklagte bei seinem dritten Einbruch im September wegen eines zurückliegenden Vorfalls bereits als vorbestraft galt, habe das Gericht straferschwerend beurteilen müssen, so die Richterin.

Hinzu komme das Fehlen einer positiven Sozialprognose. Selbst wenn die Einschätzung des Angeklagten im Hinblick auf die beruflichen Aussichten in seiner Heimat nicht unrealistisch sei, gebe es gegenwärtig keine Anzeichen dafür, dass dies so eintreten müsse.

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