Der Protest der Helmstedter Landwirte nimmt wieder Fahrt auf

Velpke.  Etwa 25 Landwirte, unter anderem aus dem Helmstedter Nordkreis, nahmen am Freitag mit ihren Schleppern an einer Sternfahrt nach Hannover teil.

Mit ihrer Teilnahme an einer Trecker-Sternfahrt in die Landeshauptstadt Hannover demonstrierten Landwirte aus dem Helmstedter Nordkreis am Freitag zum Start der Grünen Woche in Berlin.

Mit ihrer Teilnahme an einer Trecker-Sternfahrt in die Landeshauptstadt Hannover demonstrierten Landwirte aus dem Helmstedter Nordkreis am Freitag zum Start der Grünen Woche in Berlin.

Foto: Erik Beyen

Etwa 25 Landwirte unter anderem aus dem Helmstedter Nordkreis haben am Freitagmorgen mit ihren Schleppern an einer Sternfahrt in die Landeshauptstadt Hannover teilgenommen. Anlässlich des Beginns der Grünen Woche in Berlin demonstrierten in Hannover an die 2000 Landwirte gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung. Organisiert wurde der Protest von der Bewegung „Land schafft Verbindung“.

In allen Landeshauptstädten habe es Proteste der Berufskollegen gegeben, sagte Hendrik Schünemann aus Meinkot. Er koordiniert die Bewegung im Landkreis Helmstedt.

Die Helmstedter Landwirte trafen auf ihrer Fahrt nach Hannover am Mühlenmuseum Gifhorn mit etwa 100 weiteren Landwirten aus dem Nachbarlandkreis zusammen, um ihre Fahrt in die Landeshauptstadt bei Tempo 40 unter Polizeigeleit fortzusetzen. Mit ihrem wiederholten Protest wollen die Landwirte den Druck auf die Bundesregierung erhöhen beziehungsweise aufrechterhalten.

„Ohne Druck bewegt sich ja nichts“, sagte Schünemann vor der Abfahrt am frühen Freitagmorgen von einer Nebenstraße des Gewerbegebietes Vogelsang vor den Toren der Stadt Wolfsburg. Von dort aus ging es pünktlich um 6.30 Uhr über die Dieselstraße durch Wolfsburg Richtung Mühlenmuseum.

Den noch kleinen Tross führte Rainer Dittrich von der Polizei in Fallersleben an. Später werde die Karawane der Trecker wohl auf mehrere Kilometer anwachsen, meinte er.

Da helfe eine kurze Absprache: „Wenn ein Trecker über eine grüne Ampel fährt, dürfen die anderen auch durchziehen, dann sperren wir ab“, sagte er. Dittrich war bereits bei der Sternfahrt nach Berlin dabei. Bei Burgdorf endete an diesem Tag sein Auftrag. Ab dort waren seine Kollegen aus Hannover zuständig.

Der Protest zum Start der Grünen Woche finde in allen Landeshauptstädten statt, erklärte Schünemann. Er hält ihn für wichtig und verweist auf eine Positionierung der CDU in Niedersachsen. Demnach fordert inzwischen auch Wirtschaftsminister Bernd Althusmann Korrekturen am Agrarpaket der Bundesregierung.

In einer Erklärung greift der Minister alle vier Kernforderungen der Landwirte auf: keine pauschale -20-Prozent-Regelung bei der Düngung, bundesweite Standards für ein einheitliches Grundwassermessnetz, garantierte Planungssicherheit für landwirtschaftliche Betriebe und keine neuen Auflagen sowie Kosten für Landwirte.

Besonders gegen die neue Düngeverordnung sowie die Unsicherheit im Bereich neuer Normen und Verordnungen waren auch die Landwirte im Nordkreis Helmstedt auf die Barrikaden gegangen (wir berichteten).

Hendrik Schünemann sieht großen Rückhalt bei den Verbrauchern und den Landwirten selber. Damit tritt er Kritikern aus den eigenen Reihen entgegen, die fordern, dass Gespräche aufgenommen werden sollten. „Das tun wir ja bereits“, sagte er, und: „Unsere öffentliche Präsenz und der Druck haben schon etwas bewegt.“

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