Hoffnung für Büddenstedt: Bad-Sanierung doch nicht so teuer?

Büddenstedt.  Der Ortsrat Büddenstedt hat den Kostenvoranschlag einer Fachfirma vorgelegt, wonach die Sanierung des Hallenbads vielleicht doch bezahlbar wäre.

Das Hallenbad Büddenstedt, aufgenommen Anfang April 2019. Die Becken sind nunmehr leer.

Das Hallenbad Büddenstedt, aufgenommen Anfang April 2019. Die Becken sind nunmehr leer.

Foto: Archivfoto: Markus Brich

Die Büddenstedter lassen nichts unversucht, den Weiterbetrieb ihres seit Juni geschlossenen Hallenbads zu retten. Nun gibt es seitens des Ortsrats einen neuen Vorstoß, die Sanierung zu stemmen. Büddenstedts Bürgermeister Dirk Zogbaum verlas einen Antrag, der der Thema demnächst wieder auf die Tagesordnung des Helmstedter Stadtparlaments bringen soll.

Darin heißt es, dass die Sanierung zu erheblich günstigeren Bedingungen erfolgen könne, wie eine Recherche bei einer Fachfirma ergeben habe. Laut einer Kostenschätzung müssten statt der bisher von der Stadtverwaltung kommunizierten 1,2 Millionen Euro nur die Hälfte aufgebracht werden. Das sei doch gegenüber dem ersten Betrag, die dem Ratsbeschluss im Juni zugrunde lagen, ein erheblicher Unterschied, betonte Zogbaum. Somit sei die gesamte wirtschaftliche Betrachtung des Hallenbades Büddenstedt neu zu bewerten.

Zum Hintergrund: Mit Beschluss vom 27. Juni 2019 ist den Bürgern die Chance gegeben worden, einen Trägerverein zu gründen, der das Schwimmbad in Zusammenarbeit mit der Stadt Helmstedt weiter betreibt. Dafür dankte Zogbaum den Entscheidungsträgern im Helmstedter Rat.

Eine Projektgruppe aus 20 Mitgliedern hatte sich umgehend an die Arbeit gemacht. Es wurden in verschiedenen Teams die einzelnen Aufgabenfelder abgearbeitet. Neben erforderlichen Recherchen und Beratungen zu einer möglichen Vereinsgründung war die Erfassung der Sanierungskosten ein wichtiger Bestandteil der Projektarbeit.

Zogbaum schränkte gleichzeitig in der Ortsrat-Sitzung ein: „Der Projektgruppe ist es aus verschiedensten Gründen aber leider doch nicht gelungen, einen Trägerverein beziehungsweise eine gemeinnützige Gesellschaft zu gründen.“ Damit sei per Beschluss die Folge klar definiert gewesen: Das Hallenbad wurde zum 31. Dezember 2019 endgültig geschlossen.

Was die Büddenstedter in ihrem neuen Vorstoß von der Stadt fordern, ist, dass sie unverzüglich einen Antrag auf Fördermittel aus dem Sportstättenprogramm des Landes stellt. Stichtag ist der 31. März 2020.

Um den Rat in Helmstedt zur Korrektur seiner Entscheidung zu bewegen, hat der Ortsrat in seinem einstimmig gefassten Antrag weitere Vorschläge zur Reduzierung des Defizits gemacht: Die DLRG könnte die Badeaufsicht übernehmen, und Mitglieder des Fördervereins überdies die Aufsicht in der Garderobe. Um die Einnahmen zu verbessern, sollten die Eintrittsgelder für Erwachsene (von 3 auf 4 Euro) erhöht werden sowie die Dachflächen von Hallenbad und Turnhalle für Solaranlagen vermietet werden. Zusammen mit jährlichen Zuwendungen eines ortsansässigen Firma könnten – so die Rechnung – die laufenden Kosten tatsächlich auf 300.000 Euro gesenkt werden.

Theoretisch sei vieles denkbar, äußerte Helmstedts Bürgermeister Wittich Schobert auf unsere Nachfrage. Der Rat könnte in seiner Sitzung am 24. März dem Antrag der Büddenstedter folgen, müsste dann allerdings entsprechende Investitionen in den Nachtragshaushalt einpflegen. Was ihm weiterhin unklar erscheint: „Wie soll das Geld für die Sanierung sämtlicher elektrischer Anlagen und Leitungen aufgebracht werden?“ Eine zwei Jahre alte Sanierungsstudie brachte den Betrag von mindestens 119.000 Euro auf. Und die bezog sich nur auf die sichtbaren Anlagenteile. Ergo hat Schobert vom Büddenstedter Ortsrat auch dafür einen Kostenvoranschlag gefordert.

Immerhin sind Schobert, Zogbaum und der SPD-Ratsherr Uwe Goehrendt in einem Gespräch darin übereingekommen, den Saunabetrieb im Büddenstedter Hallenbad möglichst bald wieder zu aktivieren. Vorausgesetzt, es finden sich Ehrenamtliche, die als Aufsicht fungieren. Denn diese Aufgabe dem Personal der Stadt oder der Bäder- und Dienstleistungsgesellschaft Helmstedt zu übertragen, sei, selbst als halbe Stelle angelegt, angesichts der geringen Nutzerzahlen nicht wirtschaftlich.

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