Wegen Corona unterrichtet Velpker Musikfabrik jetzt online

Velpke.  Mit dem Angebot will die Musikschule in Velpke den Unterricht aufrecht halten. Die Erfahrung könnte auch nach der Krise noch nützlich sein.

Der 13 Jahre alte Moritz aus Velpke bekommt seinen Gitarrenunterricht online via Videoanruf seines Lehrers. Der Junge ist  Schüler  der Musikfabrik Velpke, die der Corona-Krise wegen ihre Türen vorübergehend schließen musste.  Mit dem Onlineangebot wird der Unterricht dennoch möglich.

Der 13 Jahre alte Moritz aus Velpke bekommt seinen Gitarrenunterricht online via Videoanruf seines Lehrers. Der Junge ist  Schüler  der Musikfabrik Velpke, die der Corona-Krise wegen ihre Türen vorübergehend schließen musste.  Mit dem Onlineangebot wird der Unterricht dennoch möglich.

Foto: Anja Klann-Meyer

Die aktuelle Krise rund um das Corona-Virus zwingt auch die Musikfabrik in Velpke auf neue Wege. Dort findet der Unterricht nun kontaktlos online statt. „Mit dem Online-Angebot halten wir den regulären Musikunterricht zunächst bis zu den Osterferien aufrecht“, sagte Anja Klann-Meyer. Sie ist eine von drei Inhabern der Musikfabrik, die erst am 1. November 2019 ihren Betrieb aufnahm. Das neue Angebot eröffne allerdings auch Chancen für die Zeit nach Corona, sagte sie in einem Telefonat mit unserer Zeitung.

Klann-Meyers Sohn Moritz ist 13 Jahre alt und selbst Schüler der Musikfabrik. Er lernt Schlagzeug und Gitarre. „Der Unterricht ist etwas komisch, aber trotzdem fast wie im normalen Unterricht“, erzählt der Junge. Per Videoanruf über das Mobiltelefon ist ihm sein Lehrer Silvestre Borras Navarro zugeschaltet. Der zeigt dem Jungen neue Griffe und erklärt Lerninhalte, die Moritz schließlich umsetzen muss. Dabei ist die Kamera seines Telefons so ausgerichtet, dass auch der Lehrer sieht, was sein Schüler da tut.

„Der Online-Unterricht ist für unsere Lehrer eine deutlich komplexere Arbeitsweise als im Regelfall“, so Anja Klann-Meyer. Alles läuft über Kommunikationsplattformen, und eben darin steckt auch ein Problem, denn nicht überall sind die technischen Voraussetzungen dafür gegeben. Doch auch für diesen Fall hat man in der Musikfabrik eine Lösung. „Dann bereiten sich unsere Lehrer besonders vor, stellen ihren Schülern zum Beispiel Videosequenzen zum Lerninhalt zur Verfügung. Per Festnetzverbindung kann der Lehrer dann hören, was der Schüler lernt und korrigierend eingreifen“, führt Anja Klann-Meyer aus.

Neun Lehrer unterrichten in der Musikfabrik mehr als 100 Schüler. Alle bieten den Onlineunterricht an. „Wir sammeln Erfahrungen und entwickeln das Angebot weiter“, so Klann-Meyer. Denn aus der Notlösung einer noch jungen Musikschule könnte nach der Krise ein ergänzendes Angebot werden, zum Beispiel „für Menschen, die nicht so gut zu uns in die Musikfabrik kommen können oder auch im Krankheitsfall, wenn ein Schüler doch üben kann. So könnten wir Stundenausfälle vermeiden“, so Klann-Meyer, aber: „Ganz ehrlich: Wir sehnen uns nach dem Normalfall, nach dem Familiären und der Begegnung mit den Menschen.“

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