Schöninger Schüler wirft Ast von Brücke und trifft Auto

Schöningen.  Der Fahrer kommt mit Kratzern auf der Scheibe und einem Schrecken davon. Die Polizei ermittelt gegen einen Tatverdächtigen.

Der Vorfall ereignete sich an der Fußgängerbrücke, die über die Schöninger Elmstraße führt.

Der Vorfall ereignete sich an der Fußgängerbrücke, die über die Schöninger Elmstraße führt.

Foto: Privat

Beim Unterfahren einer Brücke knallt ein Gegenstand auf die Windschutzscheibe: Ein Schreckensszenario, das man als Autofahrer nicht erleben will, schon gar nicht zweimal. Doch genau das ist einem Schöninger passiert.

„Ich fuhr am vergangenen Donnerstag gegen 10:51 Uhr mit meiner Frau als Beifahrerin auf der Elmstraße von der Ampelkreuzung an der Helmstedter Straße in Richtung Klosterfreiheit“, schildert ein Leser unserer Redaktion den jüngsten Vorfall. „Auf der Fußgängerbrücke über der Bundesstraße standen mehrere Schüler. Als wir sie dort stehend und offensichtlich wartend sahen, hatten wir auf Grund eines exakt gleich gelagerten Erlebnisses in Baden Württemberg vor etwa zwei Jahren sofort ein ungutes Gefühl. In diesem Moment krachte es und wir wurden von einem von den vier Schülern bewusst herab geworfenen Gegenstand getroffen. Wir hielten sofort an, worauf diese Schüler fluchtartig in Richtung Schlosswiese weggerannt sind.“ Am Auto stellte das Ehepaar, das nach dem Vorfall sofort stoppte, mehrere Kratzer in der Windschutzscheibe fest, informierte die Polizei und erstattete Anzeige.

Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt Polizeihauptkommissar Ullrich Müller, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes in Schöningen, den Vorfall: „Nach unseren bisherigen Erkenntnissen hat einer der vier Schüler einen etwa daumendicken Ast von der Brücke geworfen.“ Gegen einen Tatverdächtigen werde bereits wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt. „Auch kleinere Gegenstände, die von der Brücke geworfen werden, können zu erheblichen Sachschäden und Verletzungen bei getroffenen Verkehrsteilnehmern führen“, warnt Müller. Leider verleiteten solche Brücken immer mal wieder Kinder dazu, kleinere Dinge herunterzuwerfen. Bisher seien dort aber weder größere Gegenstände mutwillig auf Autofahrer geworfen worden, noch sei es zu Zwischenfällen mit schweren Beschädigungen oder gar Verletzten gekommen, sagte Müller. Dennoch appelliert er an auch an Eltern und Lehrer, ihre Kinder und Schüler auf die Gefährlichkeit solchen Handelns hinzuweisen.

Gefahren und Konsequenzen werden im Unterricht thematisiert

Aus diesem Grund hat unser Leser auch den Kontakt mit der Schöninger Eichendorffschule gesucht, der er die Schülergruppe zuordnet. „Wie sich im Gespräch mit der Schulleitung herausstellte“, so schreibt er, sei auch dort bekannt, dass „es auf der Brücke wiederholt solche Vorkommnisse gegeben hat“. Deshalb, so bestätigt Rektorin Gabriela Ruhe, greifen wir das Thema „Verhalten auf der Fußgängerbrücke“ regelmäßig im Unterricht auf. Vor dem Hintergrund des aktuelle Vorfalls kündigt sie an: „Gleich zu Beginn des nächsten Schuljahres werden wir unsere Schüler erneut intensiv auf die Gefahren und auch über die möglichen Konsequenzen, die sich für sie daraus ergeben können, hinweisen.

Unser Leser, dessen Name der Redaktion bekannt ist, der jedoch ungenannt bleiben möchte, wird das mulmige Gefühl beim Anblick von Personen auf Straßenüberführungen wohl nicht so schnell wieder los werden: „Ich hätte nie gedacht, dass ich so etwas ein zweites Mal erlebe. Im Schlimmsten Fall kostet so ein Verhalten Menschenleben.“ Deshalb sei ihm wichtig, dass der Täter ermittelt werde. Wenn es sein müsse, so kündigt er an, werde er dafür auch eine Belohnung für Hinweisgeber in Aussicht stellen.

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