Außenputz soll den Watenstedter Kirchturm langfristig sichern

Watenstedt.  Zur nachhaltigen und langfristigen Sicherung soll der Turm der Watenstedter St. Stephan-Kirche einen Außenputz erhalten.

Der Kirchturm erhält einen Außenputz.

Der Kirchturm erhält einen Außenputz.

Foto: dirk fochler

Derzeit ist der Watenstedter Kirchturm komplett eingerüstet, die Vorarbeiten haben begonnen.

Nach Informationen von Pfarrer Frank Barche, derzeit als Vakanzvertretung unter anderem auch in Watenstedt tätig, wird nun inzwischen der dritte Versuch gestartet, den Turm der romanischen Kirche zu verputzen.

Der Putz verhindert das Eindringen von Wasser

In den Vorbesprechungen zur nun begonnenen Baumaßnahme wurden auch Stimmen laut, die lediglich das Verputzen der Westseite des Turmes einforderten. „In jüngerer Vergangenheit war tatsächlich nur die Westseite verputzt, doch eigentlich waren immer alle Turmaußenseiten verputzt. Und so soll es jetzt auch geschehen", stellte Barche fest.

Denn der Putz verhindert das Eindringen von Wasser in Fugenrisse des Mauerwerks und in teilweise vorhandene kleine Öffnungen des verbauten Sandsteins. „Es kommt sonst zu regelrechten Auswaschungen und größeren Schäden bei Frost. Deshalb wurde uns auch von Experten geraten, die Außenwände des Turmes zu verputzen", berichtete Pfarrer Barche am Donnerstag in einem Telefongespräch.

Das Fugenmaterial enthält Gips

Mit ausschlaggebend, dass der Turm nun verputzt wird, waren abbröckelnde Putzteile. „Es wurden in der Vergangenheit Materialien verbaut, die zumindest langfristig keine Verbindung zum Mauerwerk halten konnten", berichtete Barche. Ein weiteres Problem, das für jedermann sichtbar zu Tage trat, war austretendes Eisenoxid, das im für den Putz verwendeten Sand enthalten war. „Es sah aus, als ob der Turm rosten würde."

Als problematisch erweist sich nun über die Jahrzehnte auch, dass das Fugenmaterial des Mauerwerks Gips enthält. „Nahe Watenstedt gab es vor Jahrzehnten mal eine Gipsgrube. Da war es naheliegend, dass der Gips auch zum Bauen verwendet wurde", erklärte Barche.

Der Turm ist bereits komplett eingerüstet

Mit den Baumaßnahmen beauftragt wurden die Werkstätten für Denkmalpflege aus Quedlinburg. Vor gut zwei Wochen wurde der Turm zunächst komplett eingerüstet. Aktuell sind die Sanierungsfachkräfte gerade dabei, die Mauerwerksfugen aufzubereiten. Anschließend werden dann alle vier Turmseiten verputzt. Finanziert wird die Maßnahme von der Landeskirche Braunschweig. Zu den Kosten konnte Barche keine genauen Angaben machen. „Gut 100.000 Euro werden aber sicher investiert."

Die Watenstedter Kirche war im frühen Mittelalter ein bedeutender so genannter Archidiakonatssitz – eine kirchliche Verwaltungseinheit, die direkt unter dem Bistum angesiedelt war. Seinerzeit war es eine katholische Kirche, die zum Bistum Halberstadt gehörte. Seit der Reformation ist die Watenstedter St.-Stephan-Kirche Teil der evangelischen Landeskirche Braunschweig.

Wie Pfarramtssekretärin Antje Herrmann mitteilte, werden während der Bauarbeiten aus Sicherheitsgründen die Glocken des Kirchturms stumm bleiben.

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