Riesen-Graffito zur Deutschen Einheit entsteht in Hötensleben

Hötensleben.  Die Aktion anlässlich des 30. Jahres der Wiedervereinigung steht unter dem Motto „Mauern einreißen, Grenzen abbauen“.

Das größte „Einheits-Graffito" Sachsen-Anhalts entsteht in Hötensleben in der Straße Ganderberg. 

Das größte „Einheits-Graffito" Sachsen-Anhalts entsteht in Hötensleben in der Straße Ganderberg. 

Foto: Markus Brich

Das größte Wandbild Sachsen-Anhalts zum Thema Deutsche Einheit entsteht in dieser Woche in Hötensleben. Gestern machten sich rund 17 junge wie ältere Menschen aus der Region ans Werk, das 26 Meter lange und 2 Meter hohe Graffito-Gesamtkunstwerk auf einer weiß getünchten Hauswand in der Straße Ganderberg zu entwerfen.

„Dargestellt werden soll eine Landschaft zwischen Magdeburg und Braunschweig mit ihren beiden Grenzorten Schöningen und Hötensleben in der Mitte“, erklärt Projekt-Initiator Ruben Herm die Grundidee. Noch zieren nur ein langer grüner Strich und Stichworte wie „Luftballon“, „Vorhang“, „Grenzturm“, „Regenbogen“, „Hand in Hand“ oder „Bördeboden“ die ehemals unansehnliche Mauer. Doch das wird nicht mehr lange so bleiben. Denn ihr gegenüber auf Campingstühlen sitzend skizzieren die Teilnehmer der Workshop-Woche mit Stift und Block die ersten Entwürfe, aus denen das Einheits-Graffito schließlich zusammenwachsen wird. Die Mädchen und Jungen, Frauen und Männer im Alter zwischen 12 und 62 Jahren kommen aus Schöningen, Grasleben, Helmstedt, Magdeburg, Barby, Wanzleben und Barneberg. Auch Kreative des Schöninger „Awo-Haus am Elm“ wirken an dem inklusiven Projekt mit.

„Sie haben keine Vorerfahrung im Bereich Graffiti-Kunst. Deshalb haben wir ihnen Künstler der Agentur Strichcode aus Magdeburg zur Seite gestellt“, erklärt Herm. Die Graffiti-Experten aus der benachbarten Landeshauptstadt haben bereits an vielen Standorten in der Region großflächige Graffiti entwickelt und umgesetzt. Die Herausforderung mit Laien zu arbeiten und sie in die Tricks und Kniffe beim Umgang mit der Spraydose einzuführen, haben sie gern angenommen.

Was das Großkunstwerk am Ende zeigen wird, darauf ist auch der 36 Jahre alte Ideengeber Herm gespannt. „Wir haben lediglich das Thema gestellt. Was die Landschaft zwischen Magdeburg und Braunschweig aus- oder besonders einmalig macht, wissen unsere Graffiti-Schülerinnen und -Schüler selbst besten. Wir lassen uns überraschen.“

Das Ergebnis dieser Projektwoche anlässlich des 30. Jahres der Wiedervereinigung, die durch drei Awo-Ehrenamtliche unterstützt wird, soll am Freitag um 10 Uhr in Gegenwart von Landräten und Awo-Vorständen offiziell präsentiert werden. Ermöglicht wurde die Aktion durch die „Partnerschaft für Demokratie Landkreis Börde“ im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Weitere Kooperationspartner und Unterstützer sind der Awo-Kreisverband Salzland, die Awo-Ehrenamtsakademie Sachsen-Anhalt, das Landesbüro der Friedrich-Ebert-Stiftung Sachsen-Anhalt und die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt.

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