Radeln gegen die Klimakrise – Aktivisten übernachten im Waldbad

Helmstedt.  Etwa 50 Studenten fahren von Köln nach Berlin, um auf die Klimaproblematik aufmerksam zu machen. Dabei machen sie auch Halt in Helmstedt.

Ankunft im Waldbad Helmstedt (von vorne): die beiden Sprecherinnen der Gruppe Maja Mobis und Chiara Barfuß, Fördervereins-Vorsitzender Martin Lehmann und Marvin Stender von der Helmstedter Fridays-for-Future-Gruppe.

Ankunft im Waldbad Helmstedt (von vorne): die beiden Sprecherinnen der Gruppe Maja Mobis und Chiara Barfuß, Fördervereins-Vorsitzender Martin Lehmann und Marvin Stender von der Helmstedter Fridays-for-Future-Gruppe.

Foto: Sebahat Arifi

In Nullkommanichts hatten die Radler ein Zeltlager im Helmstedter Waldbad aufgebaut. Für diese Nacht war es die Schlafstätte von etwa 50 Klimaaktivisten, die am Freitag in Berlin ankommen wollen. Am 4. September sind sie in Köln losgefahren, um auf ihre Sache aufmerksam zu machen.

Ein anstrengender Etappen-Tag liege hinter ihnen, sagten die beiden Sprecherinnen der Gruppe „Ohne Kerosin nach Berlin“, Maja Mobis und Chiara Barfuß, nach ihrer Ankunft am Sonntagabend. Was sich vor allem auf das Fahrradfahren bezog. „Gerade das letzte Stück war sehr anstrengend, und dann auch noch bei der Wärme“, resümierte Barfuß. Dennoch sei es ein erfolgreicher und sehr schöner Tag gewesen.

Kundgebung in Braunschweig

Am Sonntag war die Gruppe in Peine gestartet. In Braunschweig war der nächste Stopp für eine gemeinsame Kundgebung mit der lokalen „Fridays for Future“-Gruppe auf dem Schlossplatz. Lokale Aktionen sind fester Bestandteil der Fahrraddemonstration. Und die beiden Kölnerinnen zeigten sich begeistert davon, wie gut sie überall aufgenommen worden seien.

„Ich hatte da weniger erwartet und bin positiv überrascht“, stellte Maja Mobis fest. Die Menschen seien sogar zu ihren Camps gekommen. „Das gibt einem sehr viel Mut, für die Sache weiterzukämpfen“, machte Chiara Barfuß deutlich. Als unterstützenswert empfand auch Martin Lehmann die Aktion.

Reduzierte Teilnehmerzahl

Der Vorsitzende des Helmstedter Waldbad-Fördervereins hatte unter anderem die Radfahrer in Empfang genommen. „Ich finde das toll. Alles, was mit dem Klima zu tun hat, ist unheimlich wichtig. Jede Aktivität zum Nutzen der Natur ist wichtig – weiter so!“, sagte er in Richtung der beiden Aktivistinnen. Die lobten den beinahe luxuriösen Schlafplatz mit Duschen und Toiletten. Nur die Schwimmbecken waren tabu.

Auf ihrem Weg Richtung Berlin schliefen die etwa 50 Teilnehmer auf privaten Geländen – meist auf Feldern von Landwirten, mit denen sie ins Gespräch kamen. Auch das sei eine neue Erfahrung gewesen. Ursprünglich sei es geplant gewesen, mit etwa 200 Leuten loszufahren, doch coronabedingt sei die Teilnehmerzahl reduziert worden. Was sich als beinahe besser herausstelle.

Klimastreik auch in Helmstedt

Denn so komme man untereinander besser ins Gespräch und könne sich besser vernetzen, betonte Chiara Barfuß. Die Teilnehmer kämen nicht nur aus ganz Deutschland, auch aus dem europäischen Ausland seien Aktivisten dabei. Die Etappe von Braunschweig radelte auch M arvin Stender von der Helmstedter „Fridays for Future“-Gruppe mit. Er kündigte an, dass am 25. September ein Klimastreik auf dem Helmstedter Marktplatz geplant sei.

So viel Unterstützung und Aktionismus lade laut Maja Mobis den Akku für den Kampf gegen die Klimakrise auf. „Man ist nicht nur in seiner Kölner Blase“, sagte sie. Doch auch wenn sie persönlich sehr viel mitnehmen, sei klar wofür sie kämpfen, fasste Chiara Barfuß zusammen: „Die Klimakrise muss von der Politik angegangen werden, und wir wollen, dass der Dialog dafür offen bleibt.“ Dafür wollen sie in Berlin demonstrieren.

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